Es ist unglaublich, wie sich eine relativ dünne Schicht der Gesellschaft auf Kosten der Schwächeren bereichert. Es ist unglaublich, wie diese Leute Einfluss auf die Politik nehmen, sodass Steuergesetze in ihrem Sinn geändert werden. Und es ist unglaublich, wie dem Menschen im Land eingeredet wird, dass alle den Gürtel enger schnallen müssen, weil wir über unsere Verhältnisse gelebt haben.
Verschwörungstheorien? Leider nein! Freitagabend belegte Mag. Georg Kovarik, Leiter des volkswirtschaftlichen Referates des ÖGB mit Zahlen und Fakten die Geldströme in unserem Wirtschaftsystem. Damit gibt er Antworten auf die Frage, wie es passieren kann, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer und mehr werden. Nicht nur dass Österreich bei der Vermögensbesteuerung innerhalb Europas Schlusslicht ist, die einkommensschwachen Bevölkerungsschichten zahlen – um nur ein Beispiel zu nennen -– verhältnismäßig mehr Steuern als die Wohlhabenden: Denn während letztere einen Großteil ihres Geldes am Kapitalmarkt veranlagen und damit Gewinne machen, verbrauchen die anderen ihr ganzes Geld für ihren Lebensunterhalt und zahlen für jede Dienstleistung und jedes Produkt indirekte Steuern.
Kovarik zitierte den Papst, der in seiner Neujahrsbotschaft 2013 feststellte, dass ungezügelter Kapitalismus eine Gefahr für den Weltfrieden darstellt, es eine Regulierung der Finanzmärkte braucht und ein Ende der Nahrungsmittelspekulationen. Der ÖGB- Experte ergänzte: „Wir müssen den Reichtum verteilen, nicht die Armut!“ Es braucht die Besteuerung des Reichtums, vor allem aber soziale Investitionen in Ausbildung, Kindergärten und Pflege statt einer rabiaten Sparpolitik!
Gabriele Heinisch Hosek in Heidenreichstein
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek in der Heidenreichsteiner Arche
ÖGB-Regionalsekretär Erich Macho, Bgm. Gerhard Kirchmaier, Stadträtin Elisabeth Jank, Kal Immervoll, Erich Müllner
Mutter-Kind-Runde im Treffpunkt Arbeit&Kirche
Bericht Multikultutrelles Kochen
Hier finden Sie den Bericht der NÖN über den Kochabend mit türkischen Spezialitäten am 27. Juni 2012 in Heidenreichstein (Adobe PDF, 345 KB).
Symposium: Jugend unter Druck
Freitag, 13. April 2012, 9:00– 12:30 Uhr
K Haus, Eggenburg
Ein Aufschrei für die Jugend
Sollten wir nicht besorgt sein um jene Jugendliche, die weder Arbeit haben, noch eine allgemeine oder berufliche Ausbildung absolvieren, um jene die keine Perspektiven haben?
Die Grundintention, der Plattform Waldviertel (Zusammenschluss von verschiedensten Organisationen die im sozialen Bereich tätig sind, wie Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel, Lehrlingsstiftung Eggenburg, Clearing und Berufsausbildungsassistenz der Caritas der Diözese St. Pölten, Verein Sozial Aktiv) VertreterInnen aus Wirtschaft, Arbeitsmarktservice und ExpertInnen der Jugendarbeit zum Symposium „Jugend unter Druck“ einzuladen, ist das Dilemma der Jugendlichen, die in all ihren Lebensbereichen unterdurchschnittlich sind. Die aus dem unteren Gesellschaftsdrittel, die die eigentlich niemand braucht. Auch die Wirtschaft nicht. Die, die von Politik und Gesellschaft vergessen werden.
So auch geschehen mit 1.1.2012 und der Streichung der Integrationsbeihilfe für Unternehmen, die solchen Jugendlichen einen Arbeitsplatz geben. Eine Förderung für junge Menschen, die den Einstieg in die Arbeitswelt nur mit viel Engagement seitens des Betriebes bewältigen können. An die Existenz diese Gruppe der Jugendlichen, die nicht behindert und trotzdem ein großes Maß an Unterstützung und Förderung brauchen, wurde schlichtweg nicht gedacht.
Dass die Wirtschaft diese Leute nicht will, stimmt so nicht ganz, so Komm. Rat. Franz Schrimpl, Wirtschaftskammer. Die grundsätzliche Einstellung zur Arbeit muss geändert werden, Praktische Arbeit muss/kann Spaß machen, stärkt das Selbstbewusstsein und es befriedigt, wenn man etwas macht das auch etwas darstellt. Qualifikationen müssen manchmal bei den jungen Menschen erst entdeckt werden.
Warum fällt es so schwer, sich für die Schwachen einzusetzen? Präventive Maßnahmen greifen nicht gleich, Ergebnisse dauern Jahre, das lässt sich von der Politik nicht wirklich verkaufen. Dabei, und das sollte nicht vergessen werden, reden wir von jungen Menschen mit Hoffnungen und Erwartungen. Die, die die Erwartungshaltung der Eltern nicht erfüllen können. Die, die lernen, dass man nur über Leistung Anerkennung erhält. Die für die, so wie sie im Moment scheinen, der Arbeitsmarkt keine Verwendung hat.
Laut Bernhard Heinzlmaier, Institut für Jugendkultur, beschleunigt der Struktur- und Wertewandel, das unbedingte Funktionieren im Job, dass zuerst die Schwachen auf der Strecke bleiben. Die Leistung ist wichtig, nicht sie selbst. Junge Menschen nur auf ihre ökonomische Verwertbarkeit hinzudrillen, führe unweigerlich zur Katastrophe.
Die Jugend ist nur ein Spiegelbild der Gesellschaft, eigentlich ist der Druck quer durch alle Schichten spürbar, bei den Schwächsten ist er nur zuerst sichtbar, da ist sich auch die Expertenrunde bei der Veranstaltung „Jugend unter Druck“ einig.
„Der Druck, der sich so aufbaut, wird sich irgendwann unkontrolliert entladen.“, so Peter Herzog, Sozial Aktiv.
Wir können es uns gesellschaftlich nicht leisten auf die Fähigkeiten und Talente, die auch diese Jugendlichen haben, zu verzichten, davon ist Karl Immervoll, Betriebsseelsorger überzeugt.
Gibt es Auswege aus diesem Dilemma, auf das wir mit offenen Augen zulaufen?
• Wertschätzung
Den Jugendlichen Lob und Anerkennung geben, „Aus dir wird einmal was!“
Begeisterung wecken
Wertschätzung für die Jugend, ist in der Lehrlingsstiftung Eggenburg schon jetzt das „Erfolgsgeheimnis“ im Umgang mit den jungen Menschen
• Schulsystem
Wurde seit Kaiserin Maria Theresia nicht umfassend reformiert. Reformen dringend erforderlich!
Ganztagsschulen ohne frühzeitige Trennung in Gymnasien und Haupt/Mittelschulen, bieten Entwicklungsmöglichkeiten für alle.
Früher Probleme aufgreifen, im Jugendalter ist es schon fast zu spät.
• Neue Wege gehen
Die ausgetretenen Spuren, die uns in die Krise geführt haben, weiterzugehen macht keinen Sinn. Folgen wir auch weiterhin dem Druck und Wachstumszwang der Wirtschaft? Ein „weniger“ ist oft ein Zuwachs an Lebensqualität und senkt psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz.
Der Begriff „Erfolg“ muss neu definiert werden, auch Scheitern ist erlaubt.
Wo ist Leistung, wo Wert?
Der Wegfall der Integrationsbeihilfe ist bedauerlich, aber warum nicht ein anderes Modell wählen, wenn wir mit dem alten nicht weiterkommen? Ein Beispiel wären Steuererleichterungen für Betriebe, die den Jugendlichen einen Arbeitsplatz geben.
Für den Bericht
Barbara Körner
Plattform Waldviertel „Arbeit&Integration“
Heidenreichstein, 16. April 2012
Integration – Migration! Ein heißes Thema in allen Schichten unserer Gesellschaft. Sei es das „Anders sein“, das „anders Ausschauen“, der „andere Lebensstil“, die „andere Sprache“. Dies alles macht uns unsicher in der Begegnung auf der Straße, im Geschäft, in Schule und auf dem Arbeitsplatz.
Wanderten zwischen 1820 und 1914 25 Mill. Europäer wegen Hunger und Not nach Amerika aus, so lebten in Wien um 1900 nur 46 % in Wien geborene. 2010: In Österreich leben 18.6 % Menschen mit Migrationshintergrund.
Wussten Sie, dass in Heidenreichstein Menschen aus 18 und in Schrems aus 22 Nationalitäten leben? Mag. Josef Gruber aus St. Pölten und Frau Seveda Batmaz, türkisch stämmig, aus Amstetten erzählten bei den Gebietsgesprächen aus ihren Erfahrungen im Umgang mit den „Anderen“. Von „Fremdarbeitern“ in den 60er Jahren ohne die die Industrie nicht wachsen konnte, untergebracht in miesen Wohnungen, isoliert von allem. Frau Batmaz sprach von ihren Erfahrungen bei Begegnungen mit ÖsterreicherInnen. Aufeinander zugehen ohne Vorurteile, das Andersein akzeptieren, keine Gleichheit verlangen, sondern die Vielfalt als Bereicherung annehmen. Dies muss von beiden Seiten passieren. Sie forderten auf zu gemeinsamen Begegnungen und Festen, sei es in der Stadt, in der Moschee, im Pfarrzentrum. Nur wer einander kennt, voneinander weiß kann miteinander leben, hat keine Angst vor dem Fremd sein.
Im Rahmen der 4. Internationalen Woche fürdes Grundeinkommens veranstaltete die Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel am 23. September 2011 ein Permanent Breakfast am Heidenreichsteiner Stadtplatz. Im öffentlichen Raum wurden Menschen eingeladen zu frühstücken. Gleichzeitig wurde über die Idee eines Bedingungsloses Grundeinkommens (BGE) informiert und diskutiert.
Den zahlreichen PassantInnen wurde die Frage gestellt: Antworten auf die Frage: Was würden Sie arbeiten, wenn für Ihr Einkommen (1000 Euro pro Monat) gesorgt wäre?
Hier einige der Antworten:
Ich würde weiter arbeiten!
In sozialen Projekten mithelfen!
Anderen helfen, die es nötiger brauchen!
Ich könnte ohne Arbeit nicht leben!
Ich arbeite gerne, aber ich würde mehr Zeit mit Hobbies verbringen und für mich haben!
Ich würde weiter arbeiten, weil Arbeit mich glücklich macht!
Mehr Zeit für mich und meine Familie haben, aber mich trotzdem in die Arbeitswelt einbringen!
Weniger Arbeit wäre gut für mich!
Mehr Zeit für Familie und Garten!
Für Touristik und Einheimische meine Steinesammlung präsentieren!
Philosophisches Café Grundeinkommen - Eine Chance für neue Träume?
Im Rahmen der 4. Internationalen Woche des Grundeinkommens veranstaltete die Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel am 22. September 2011 im Stadt-Café Heidenreichstein ein Philosophisches Café.
In Kooperation mit Domov sv. Anezky ops, Chiovice 30, CZ-37501 Tyn nad Vltavou
Unterstützt durch Mittel der NÖ. Landesakademie-Förderaktion „Wir sind Nachbarn“
Bei leider wechselhaftem Wetter fand am Montag den 18. Juli wieder ein Regionalmarkt im Zuge des Jahrmarktes in Heidenreichstein statt. Trotzdem nahmen viele Besucher und Urlauber die Möglichkeit wahr, Produkte zahlreicher heimischer und tschechischer Anbieter kennen zu lernen.
Unser tschechischer Kooperationspartner Domov sv Anezky bot selbstgemachte Keramik-waren, T-Shirts, Buttons und vieles mehr an. Käse- und Imkereiprodukte, Most und Frucht-säfte, selbstgemachte Kuchen, Liköre und Marmeladen, Biogemüse und Dekotiere sowie Dinkelprodukte und handgefertigte Karten und Notizbücher rundeten das Warenangebot ab. Das RadVit aus Vitis führte Fahrradchecks durch und der Messerschleifer kümmerte sich um stumpfe Scheren und Messer.
1. Permanent Breakfast in Heidenreichstein
8. Juli 2011
Am Morgen des 1. Mai 1996 begann eine Künstlergruppe um Friedemann Derschmidt, öffentliche Räume zu befrühstücken. Die Frühstückenden beginnen ohne viel Zutun, allein durch ihre Anwesenheit mit dem Umraum zu kommunizieren. Diesen Gedanken griffen wir auf und mit Unterstützung der Gesellschaft für politische Bildung planten wir nun die Veranstaltung.
Die MitarbeiterInnen des Vereins zur Förderung von ArbeiterInnen luden am Freitag, 8. Juli, zum gemeinsamen öffentlichen gepflegten Früchstücken am Rabachtl, Stadtplatz ein. Mit den Gästen, die zufällig vorbei kamen, plauderten wir über Themen wie, Hauptsache Arbeit, Freiwilliges Engagement und darüber was Grundeinkommen bewirken könnte.
Es soll nun weitererzählt und wiedergefrühstückt werden (nächster Termin Freitag, 23. September ab 8.30 Uhr am Stadtplatz Heidenreichstein)
Yasmina Reza - Kunst
Stadtpfarrkirche Heidenreichstein, 3. Juli 2011
Bilder vom Familienwandertag 2011
"Frauengespräche in Schrems" wird Projekt des Monats
20. Mai 2011
Als Vorzeigebeispiel für soziales Miteinander wurden die "Frauengespräche in Schrems" zum Projekt des Monats auf der Sozialen Landkarte gekürt. Seit mittlerweile drei Jahren treffen sich Frauen mit Migrationshintergrund einmal im Monat in der Moschee in Schrems. Traditionen kennenlernen, diskutieren und alltägliche Probleme, wie Einkauf, Arztbesuch, Schule, Arbeitsuche, aber auch sehr intime, wie die "Offenherzigkeit" der westlichen Frauen in ihrer Kleidung, stehen dabei im Mittelpunkt.
Die Frauengespräche haben sich aus einem Nachbarschaftskontakt entwickelt. War es zuerst ein reiner Deutschkurs in den Räumen der Betriebsseelsorge in Heidenreichstein, haben sich die Frauen bald parallel dazu in Schrems getroffen. Schrems wurde als Treffpunkt deshalb gewählt, weil es dort die meisten türkischstämmigen Familien gibt. Für die Frauen ist das Gemütliche und vor allem das gemeinsame Essen ein wichtiger Teil dieser Treffen. Die Teilnahme an unseren Treffen ist freiwillig. „Aufgerufen sind nicht nur Frauen mit Migrationshintergrund, sondern vor allem auch österreichische Frauen, um ein MITEINANDER zu fördern.
Auch das nächste Projekt „Migrapass“ steckt schon in den Startlöchern. Nähere Informationen zum Projekt „Frauengespräche in Schrems“ finden Sie auf www.sozialprojekte.noe-lak.at bzw. www.bsowv.at (Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel).
Soziale Landkarte NÖ
„Wir wollen die Lücken auf der Sozialen Landkarte NÖ schließen und motivieren, sich einzutragen. Die Initiativen sollen dabei sozial sein und Freiwillige einbinden", erklärt Dr. Christian Milota, Geschäftsführer der NÖ Landesakademie. Seit Ende April 2010 ist die „Soziale Landkarte NÖ“, einzigartig in Österreich, online. Mittlerweile sind schon rund 10.200 soziale Initiativen in der Projektdatenbank eingetragen, darunter Projekte und Ideen von engagierten Freiwilligen und Vereinen sowie Serviceleistungen von sozialen Hilfsdiensten. Um die aktive Nachbarschaftshilfe noch stärker anzukurbeln, will man die Lücken auf der Sozialen Landkarte schließen und dazu motivieren, sich und sein Projekt auf der Landkarte einzutragen.
Stand der Betriebsseelsorge und des Mühlenhofs bei der Minimesse 2011 in Heidenreichstein
Gebietsgespräche der KAB und Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel
28. Jänner 2011
Als Referentin luden wir dieses Jahr Frau Mag. Margit Appel von der Kath. Sozialakademie Österreich ein.
Sozialer Zusammenhalt!?
Sparmaßnahmen beherrschen die Diskussionen unserer politischen Ebenen und gefährden unseren Sozialstaat. Kann diese Verantwortung auf Ehrenamtliche übertragen werden? 2011 ist das Jahr des Ehrenamtes. Ein Staat wie Österreich kann ohne Ehrenamt nicht funktionieren. Österreich kann sich die soziale Absicherung nicht mehr leisten. Wir müssen dem Staat sparen helfen. Die vielen Arbeitslosen sollen doch auch ihren Beitrag leisten und nicht zu Hause sitzen. Das ist doch verständlich. Oder?
Fr. Mag. Appel zeigte an diesem Abend ein paar Aspekte auf, die bei den oben genannten Aussagen bedacht werden müssen. Österreich hat ein hohes Ehrenamt. Dies wäre ohne hoher Beschäftigungszahl und hoher Steuerleistung nicht möglich. Denn Ehrenamt fragt die gleichen Qualitäten nach wie die Arbeitswelt. Wer in der Arbeitswelt gefragt, integriert ist, einen Job hat, dem wird auch ein Ehrenamt zugetraut, wird in einer Gemeinschaft integriert. Es ist eine „Ehre“ etwas mitzugestalten, doch stellt sich die Frage, ob ich etwas von meinem Überfluss geben kann, wer arbeitet und wer kassiert, für wen hat es den größeren Nutzen (überschüssige Lebensmitteln herschenken oder Entsorgung zahlen). Es ist gut und wichtig, dass es das Ehrenamt gibt und dadurch Unterstützung für viele Menschen. Es stellt sich aber die Frage: Was ist entlohnungswürdige Arbeit? Welchen sozialen Zusammenhalt wollen wir uns in Österreich weiterhin leisten, können wir uns leisten. Wenn Vermögensgewinne gleich besteuert werden wie die Arbeit, wenn Steuerlücken geschlossen werden, wenn die Solidarität nicht schlecht geredet, sondern als „Ehre“ gehandelt wird, dann wird es auch weiterhin einen Sozialstaat Österreich geben.
Am Regionalmarkt, der am 15.11.2010 in Heidenreichstein stattfand, präsentierte die Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel ein Waldviertler Glücksrad.
Am Montag den 15. November wurde der 20. Heidenreichsteiner Regionalmarkt abgehalten. Zur Feier des Tages hatten die Besucher die Möglichkeit, am Glücksrad zu drehen. Es gab unter anderem regionale Produkte, gestiftet von den Regionalmarktteilnehmern und Waldviertler Gutscheine zu gewinnen. Seit 5 Jahren lädt der Regionalmarkt in Heidenreichstein zum Gustieren ein und jeder, der heimische Schmankerl zu schätzen weiß, wird hier fündig. Der Heidenreichsteiner Regionalmarkt wird immer im Zuge des Jahrmarktes und beim Fest der 1000 Ladenhüter in der Marktgasse in Heidenreichstein abgehalten.
Raum der Stille am Gesundheitstag 2010
Wandzeitung am Regionalmarkt in Heidenreichstein
Hauptsache Arbeit? Freiwilliges Engagement muss man sich leisten können!
Auffallend gering ist die Beteiligung arbeitsloser Menschen (16 %) an formeller Freiwilligenarbeit. Erwerbsarbeit bildet in mehrfahcer Hinsicht eine maßgebliche Rahmenbedinung für freiwilliges Engagement in Vereinen und Organisationen. Der Existenzdruck lässt Vieles schwierig erscheinen, was unsere Gesellschaft dringend benötigt: Freiwilligenarbeit, das belegen Studien (1. Freiwilligenbericht bmask 2009).
Im Rahmen des Regionalmarktes in Heidenreichstein wurden am 11. September 2010 Menschen zur Mitgestaltung einer Wandzeitung aufgefordert und so mit der Thematik konfrontiert. Die Antworten auf die Fragen: "Wenn Sie Zeit hätten wo würden Sie sich engagieren? Was würden Sie arbeiten, wenn für ihr Einkommen gesorgt wäre? " zeigen, dass die Kreativität der Befragen durchaus groß ist, dass aber auch ihre Möglichkeiten durch verschiedene Umstände eingeschränkt werden. Bietet bedingungsloses Grundeinkommen langfristig eine gerechte Rahmenbedingung? Diese und weitere Fragen werden im Laufe des Arbeitsjahres weiterentwickelt und diskutiert.
Diese Aktion war ein Teil des von der ÖGPB geförderten Projekts "Hautsache Arbeit?"
Nächster Termin: 26. November 2010 um 19 Uhr, Philosophisches Cafe mit Robert Reischer attac, Kaffehaus Kainz, Heidenreichstein
Seit nunmehr 7 Jahren gibt es die Heidenreichsteiner Arche und dies ist ein Grund zum Feiern.
Wir luden alle ein und viele kamen. Festreden wurden geschwungen, die Kinder vom Kindergarten II sangen frohe Lieder, der Kindergarten I gratulierte.
Die Erwachsenen tauschten ihre Erfahrungen aus, die Kinder würfelten um die Wette und gestalteten ihren eigenen Würfel. Die Sonne lachte vom Himmel und so war es rundherum ein Tag der Freude, dass es die Arche gibt, dass sie von Institutionen, Firmen und Privatleute gesponsert und somit ermöglicht wird.
Gleichzeitig war es auch ein Fest der Trauer und des Gedenkens an unsere langjährige Obfrau Christine Kainz, welche zwei Tage zuvor ihr Begräbnis hatte.
Ulli
Wir bedauern gleichzeitig mitteilen zu müssen,
dass jene Frau, ohne die die Heidenreichsteiner Arche nie entstanden wäre, Christine Kainz letzten Donnerstag im Krankenhaus Waidhofen/Thaya verstorben ist.
Wir sind ihr zu großem Dank verpflichtet,
da sie all die Jahre unermüdlich und ehrenamtlich für die Arche und ihre Anliegen tätig war.
Sie war geduldige Zuhörerin und in ihrer Art im wahrsten Sinn des Wortes
Mutter (in) der Heidenreichsteiner Arche.
Selbst vom Leben nicht gerade verwöhnt fand sie immer wieder ermutigende Worte
für jene Menschen, die ihr gerade das Herz ausgeschüttet haben.
Seit längerer Zeit war ihr die Krankheit anzusehen,
trotzdem war sie bis vor einigen Wochen noch regelmäßig in ihrer Arche.
Nun hat sie ihr Ziel erreicht
und Gott möge ihr all das vergelten,
was sie an Gutem und Wertvollem weitergegeben hat.
Sie kann uns über ihren Tod hinaus Vorbild sein,
das wir in Erinnerung halten.
Die Urnenbeisetzung findet am 7. Juni um 14 Uhr
am Friedhof in Schrems statt.
Für das Team der Arche
Anne Busch (Obfrau)
Marianne Bauer
Für das Team der Betriebsseelsorge
Ulli & Karl Immervoll
Regionale Entwicklung ist möglich!
Unter diesem Motto wurde von Betriebsseelsorge, Regionalmangement und Wirtschaftsbund ins Kunstmuseum in Schrems eingeladen. Bei der überaus gut und bunt besuchten Veranstaltung berichtete Dr. Wolfgang Sattler, Geschäftsführer des Lavanttaler Entwicklungsprozesses Quo vadis Lavanttal? über die Aktivitäten seiner Region, über Erfolge und beantwortete auch kritische Fragen.
In einer lebendigen Diskussion wurden durchaus auch Gedanken zur Zukunft des Waldviertels entwickelt, vor allem in der Absicht gemeinsam aufzutreten und sich der Schätze der Region bewusst zu sein. Eine Führung durch das Museum und das anschließende gemeinsame Gespräch beim Buffet verstärkte die positive Grundausrichtung dieses Abends.
Bilder vom Tag der Arbeitslosen
Am 30. April gab es zum Tag der Arbeitslosen in Waidhofen/Thaya eina Aktion der Caritas. Wir waren gemeinsam mit der Tagesstätte Zuversicht und dem Arbeitergesangsverein Groß Siegharts dabei.
Arbeit und Einkommen für alle: Gebietsgespräche 2010 mit Anna Wall-Strasser
Österreich gehört zu den reichsten Ländern der Welt. Dennoch leben in hier viele, die keine Arbeit haben, die ihnen eine abgesicherte soziale Existenz sichern würde. Bei den traditionell im Jänner stattfindenden Gebietsgesprächen setzte sich heuer Anna Wall-Strasser, Leiterin der Betriebsseelsorge Oberösterreich, mit Erwerbsarbeit und Reichtumsverteilung in Österreich auseinander.
Trotz des in Österreich vorhandenen Reichtums ist keine echte Senkung der Arbeitslosenquote in Sicht. Die Verteilung von Besitztümern innerhalb der Bevölkerung ist zudem sehr unfair. Die Lage spitzt sich immer mehr zu. Wall-Strasser gab einen Überblick über mögliche Strategien, mit denen diese Probleme bekämpft werden können.
Die derzeitige Lage, so Wall-Strasser, lasse nur den Schluss zu, dass größere Verteilungskonflikte unmittelbar bevorstünden. Es liege an jeder/m Einzelnen, sich aktiv und kreativ in die Debatte einzubringen und Visionen für eine gerechtere Gesellschaft in Österreich zu entwerfen.
In der anschließenden Situation entfaltete sich eine lebhafte Debatte, die sich vor allem über mögliche Auswege aus der derzeitigen Krise drehte. Im Mittelpunkt standen die Rollen von Gesellschaft und Politik sowie die Perspektiven für jedeN EinzelneN. Die Strukturen der Politik in Österreich sind unzureichend, um die anstehenden Probleme zu bewältigen, so der Tenor.
Hinter Zahlen und Fakten stehen immer Menschen!
Die Zahlen sind alarmierend: Von den Vier Bezirken Niederösterreichs mit stärksten Anstieg an vorgemerkten Arbeitslosen des Monats September liegen drei im Waldviertel: Gmünd (+24,8 %), Zwettl (+13,7 %) und Waidhofen/Thaya (+12,8 %). „Die 1.800 neuen Arbeitsplätze, die für das Waldviertel in den letzten zwei Jahren geschaffen worden sind, gibt es nicht,“ kommentiert Bundesrat Karl Boden die Situation. Es seien statistische Zahlenspielereinen, weitere Abwanderungswellen sind nicht auszuschließen.
„Für das Waldviertel, das mit seinen Problemen nicht alleine dasteht (z. B. das Mur- und Mürztal) können mehrere Probleme festgestellt werden: Periphere Lage der Region, Bevölkerungsrückgang durch eine Kombination aus Perspektivenlosigkeit, mangelnden Jobaussichten und Ausbildungsmöglichkeiten.
Im Waldviertel ticken die Uhren anders: In Zeiten der Hochkonjunktur wird es als letztes, in Zeiten der Kirsche als erstes erfasst. Interessant, so belegt die Studie der AK NÖ, dass in konjunkturell guten Zeiten (2005 -2007) in den Bezirken Gmünd und Waidhofen/Thaya die Stellenandrangsziffern gestiegen waren. Die Arbeitslosenquote war höher als im Rest Niederösterreichs.
Karl behauptet: „Das Waldviertel wird systematisch beraubt. Zuerst geht das Geld weg. Verstärkt wird dies durch die Tendenz durch die Konzernbetriebe und Großmärkte. Geld, das nicht annähernd an Förderungen zurückfließt. Als zweites gehen die Arbeitsplätze verloren und als drittes die Menschen und unsere Jugend.
Bei diesen negativen Prognosen wollen und können wir nicht stehen bleiben! Wir müssen Antworten auf folgende Fragen finden, wir als WaldviertlerInnen sind nun gefragt:
Wie können die Fähigkeiten und Ressourcen der Menschen im Waldviertel geweckt werden?
Wie können wir unsere hohe Lebensqualität erhalten, ohne dass uns sukzessive die Rahmenbedingungen dafür genommen werden?
Wie können wir die Arbeit als Ganzes sehen?
Ist Grundsicherung eine Lösung für viele Probleme?
Daher haben wir unsere Kampagne „Was möchte ich von Herzen gerne tun?“ gestartet. www.waldviertler-alternativen.at)
Am Donnerstag, 26. November, fand eine Präsentation der Lavanttaler Wirtschaft statt. Durch gemeinsame Initiativen konnten die Wirtschaftszahlen des Lavanttales enorm verbessert werden (www.lavantaler-wirtschaft.at). Am 22. Jänner 2009 sind die Gebietsgespräche dem Thema: Einkommen & Arbeit für alle gewidmet.