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Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel

Wenn ein Betrieb eine Seele hat, dann sind es die Menschen, die dort arbeiten. Leider sind viele aber genau davon ausgeschlossen. Daher ist das Thema der Arbeitslosigkeit unser großes Anliegen.

Arbeit haben oder eben nicht, das ist die entscheidende Frage — und wenn ja, unter welchen Bedingungen. Unser Platz ist an der Seite jener, die benachteiligt sind. Ihre Anliegen werden in Gesprächen gehört, ernst genommen und Hilfe überlegt. Verschiedene Gruppenabende geben Raum das Leben zu reflektiert und gemeinsam zu tragen. In der Geschichte der Betriebsseelsorge kam es aber auch zur Gründung von Betrieben und Projekten und damit zur Schaffung zahlreicher Arbeitsplätze.

Wir gehen, also hinterlassen wir Spuren. So unterstützen wir Menschen auf ihrem Weg zu einem guten Leben und erheben unsere Stimme gegen Ungerechtigkeiten. Unsere beiden Begegnungsorte — Treffpunkt Arbeit&Kirche und die Arche — sind Anlaufstellen für alle Fragen des Lebens.

Sinnvolle Arbeit ist ein Menschenrecht

Die nächsten Termine

  • Erwachsenenbildung

    Erwachsenenbildung

    27. April 2017 -
    9:15 bis 10:45

    Auffrischen der Grundkenntnisse in Deutsch und Mathematik

    Jeden Donnerstag von 9.15 bis 10.45 Uhr während der Schulzeiten.

    Sie können sich auf Deutsch gut verständigen, wollen aber die Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen verbessern?

    Treffpunkt Arbeit&Kirche

    Pertholzer Straße 16, Telefon: +43 (0)676 / 8266 88 179

    Erwachsenenbildung

    27. April 2017 -
    9:15 bis 10:45

    Auffrischen der Grundkenntnisse in Deutsch und Mathematik

    Jeden Donnerstag von 9.15 bis 10.45 Uhr während der Schulzeiten.

    Sie können sich auf Deutsch gut verständigen, wollen aber die Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen verbessern?

    Treffpunkt Arbeit&Kirche

    Pertholzer Straße 16, Telefon: +43 (0)676 / 8266 88 179

  • Heilige Messe zum Thema: Arbeit — Arbeitslos

    Heilige Messe zum Thema: Arbeit — Arbeitslos

    Informationsveranstaltung zum Thema "Können wir uns die Reichen noch leisten?"
    30. April 2017 - 10:00

    Können wir uns die Reichen noch leisten?

    Unser Sozialstaat ist auf Solidarität aufgebaut. Jeder Mensch der einen Lohn oder Gehalt bekommt zahlt für unser Gesundheitssystem, unsere Straßen, unsere Verkehrsverbindungen, für Menschen, die nichts haben, … Dies trifft aber nicht für alles „verdiente“ Geld zu. So ist Steuervermeidung bei Großkonzernen angesagt. Was ist mit Spekulationen oder Verdienste durch große Schenkungen und Erbschaften oder der gleiche Steuersatz für Vielverdiener jenseits unserer Vorstellungen? Würde von allen Verdiensten gleich viel Steuer abgezogen werden, hätten wir keine Sorgen, ob unser Sozialstaat leistbar ist. Würden die Güter unserer Erde gerecht aufgeteilt sein, wären alle Menschen gut versorgt. Papst Franziskus findet dazu deutliche Worte:„Niemand kann gegenüber den Ungleichheiten, die weiterhin in der Welt bestehen, gefühllos bleiben“, „Werdet nicht müde, für eine gerechtere und solidarischere Welt zu arbeiten!“, forderte er uns alle auf. Auch Georg Kovarik, ÖGB, fordert uns in seinem mitreißenden Vortrag über die Entwicklung der Geldflüsse am 20.1. im Pfarrzentrum auf nicht untätig zu bleiben. Wir können in unserem Lebensraum aufklären, darüber reden und somit verhindern, dass Menschen ausgeschlossen werden, weil wir sie uns nicht „leisten“ können.

    Hunger gibt es nicht weil wir die Armen nicht ernähren können
    … sondern weil der Hunger der Superreichen nicht zu stillen ist.
    Wir müssen den Reichtum verteilen nicht die Armut.

    Pfarrkirche hl. Margareta in Heidenreichstein

    Informationsveranstaltung zum Thema "Können wir uns die Reichen noch leisten?"

    Heilige Messe zum Thema: Arbeit — Arbeitslos

    Informationsveranstaltung zum Thema "Können wir uns die Reichen noch leisten?"
    30. April 2017 - 10:00

    Können wir uns die Reichen noch leisten?

    Unser Sozialstaat ist auf Solidarität aufgebaut. Jeder Mensch der einen Lohn oder Gehalt bekommt zahlt für unser Gesundheitssystem, unsere Straßen, unsere Verkehrsverbindungen, für Menschen, die nichts haben, … Dies trifft aber nicht für alles „verdiente“ Geld zu. So ist Steuervermeidung bei Großkonzernen angesagt. Was ist mit Spekulationen oder Verdienste durch große Schenkungen und Erbschaften oder der gleiche Steuersatz für Vielverdiener jenseits unserer Vorstellungen? Würde von allen Verdiensten gleich viel Steuer abgezogen werden, hätten wir keine Sorgen, ob unser Sozialstaat leistbar ist. Würden die Güter unserer Erde gerecht aufgeteilt sein, wären alle Menschen gut versorgt. Papst Franziskus findet dazu deutliche Worte:„Niemand kann gegenüber den Ungleichheiten, die weiterhin in der Welt bestehen, gefühllos bleiben“, „Werdet nicht müde, für eine gerechtere und solidarischere Welt zu arbeiten!“, forderte er uns alle auf. Auch Georg Kovarik, ÖGB, fordert uns in seinem mitreißenden Vortrag über die Entwicklung der Geldflüsse am 20.1. im Pfarrzentrum auf nicht untätig zu bleiben. Wir können in unserem Lebensraum aufklären, darüber reden und somit verhindern, dass Menschen ausgeschlossen werden, weil wir sie uns nicht „leisten“ können.

    Hunger gibt es nicht weil wir die Armen nicht ernähren können
    … sondern weil der Hunger der Superreichen nicht zu stillen ist.
    Wir müssen den Reichtum verteilen nicht die Armut.

    Pfarrkirche hl. Margareta in Heidenreichstein

  • Deutschkurs für fremdsprachige Menschen

    Deutschkurs für fremdsprachige Menschen

    2. Mai 2017 -
    9:00 bis 10:30

    Jeden Dienstag außer an Feiertagen findet der Deutschkurs für fremdsprachige Menschen statt.

    Volksschule Heidenreichstein

    Schulgasse 2, 3860 Heidenreichstein

    Volksschule Heidenreichstein

    Deutschkurs für fremdsprachige Menschen

    2. Mai 2017 -
    9:00 bis 10:30

    Jeden Dienstag außer an Feiertagen findet der Deutschkurs für fremdsprachige Menschen statt.

    Volksschule Heidenreichstein

    Schulgasse 2, 3860 Heidenreichstein

    Volksschule Heidenreichstein

Mensch

Wir begegnen Menschen von Angesicht zu Angesicht und teilen mit ihnen Freude und Hoffnung, Trauer und Angst.

  • Gespräche in vertraulicher Atmosphäre
  • Begleitung von Jugendlichen, Frauen und Männern
  • Pflegen von Gemeinschaft
  • Bildung (Vorträge, Diskussionen, Filme, …)

Sinnvolle Arbeit ist ein Menschenrecht

Aktuelles - Mensch

Einkommen ohne Arbeit?

Einkommen ohne Arbeit?

Philosphisches Cafe 22.9.16
19:30 Uhr, Cafe Bar Loungerie, Heidenreichstein
Gesprächsleitung: Karl A. Immervoll

Für die schwächsten in der Gesellschaft gibt es am regulären Arbeitsmarkt keine Chance. In Heidenreichstein bietet eine besondere Maßnahme eine Art Grundeinkommen auf Zeit: Menschen üben eine Tätigkeit ihrer Wahl und Fähigkeiten entsprechend aus.

Welche Effekte kann „Von Herzen gerne tätig sein“ auf Gesellschaft und Gemeinwesen haben?

Darüber und den Sinn der Maßnahme diskutierte eine bunt zusammengesetzte Gruppe an diesem Abend.

Anforderungen und Qualifikationsvoraussetzungen an Arbeitssuchende sind hoch. Die passende Erwerbsarbeit zu finden ist oft eine unüberwindbare Hürde.
Die Fähigkeiten und Talente sind dennoch vorhanden, die Maßnahme „Von Herzen gerne tätig“ ermöglicht, diese zumindest für sechs Monate weiterzuentwickeln. Für diesen Zeitraum wird der Begriff „Arbeit“ neu definiert und von „Leistung“ entkoppelt.

Und so ist vieles möglich, leere Gebäude könnten mit Leben gefüllt werden, die Stadt belebt, Fähigkeiten können mit anderen geteilt, ein Wettbewerb für die besten Ideen gestartet und vieles mehr…

Seit dem Start der Maßnahme 2012 blicken wir auch auf konkrete Erfahrungen der Teilnehmer zurück, gesundheitliche Einschränkungen zeigten sich als kein Hindernis, sie wurden zumeist auch besser. Der Stress vom AMS fällt weg, es bleibt so Raum für die schöpferische Tätigkeit, für Tätigkeiten, die eigentlich den Reichtum einer Gesellschaft ausmachen. Die Menschen blühen auf, gewinnen neues Selbstvertrauen das mitunter auch in einen neuen Beschäftigung oder Arbeitsplatz mündet.

2017 soll nun das Projekt mit einer Studie begleitet werden, um die positiven Erfahrungen auch wissenschaftlich belegen und evaluieren zu können. 40 Personen, also ca. 10 % der Bevölkerung können sich in einem Zeitraum von 1,5 Jahren in die Gesellschaft einbringen. Die Auswirkungen auf die Menschen und die Gemeinde werden überprüft und evaluiert.

Und wie gehen wir mit Müßiggang um? Bisherige Erfahrungen zeigten, dass dies so gut wie gar nicht vorkam, alle Teilnehmer wollten „Von Herzen gerne tätig“ sein!

Einkommen ohne Arbeit?

Philosphisches Cafe 22.9.16
19:30 Uhr, Cafe Bar Loungerie, Heidenreichstein
Gesprächsleitung: Karl A. Immervoll

Für die schwächsten in der Gesellschaft gibt es am regulären Arbeitsmarkt keine Chance. In Heidenreichstein bietet eine besondere Maßnahme eine Art Grundeinkommen auf Zeit: Menschen üben eine Tätigkeit ihrer Wahl und Fähigkeiten entsprechend aus.

Welche Effekte kann „Von Herzen gerne tätig sein“ auf Gesellschaft und Gemeinwesen haben?

Darüber und den Sinn der Maßnahme diskutierte eine bunt zusammengesetzte Gruppe an diesem Abend.

Anforderungen und Qualifikationsvoraussetzungen an Arbeitssuchende sind hoch. Die passende Erwerbsarbeit zu finden ist oft eine unüberwindbare Hürde.
Die Fähigkeiten und Talente sind dennoch vorhanden, die Maßnahme „Von Herzen gerne tätig“ ermöglicht, diese zumindest für sechs Monate weiterzuentwickeln. Für diesen Zeitraum wird der Begriff „Arbeit“ neu definiert und von „Leistung“ entkoppelt.

Und so ist vieles möglich, leere Gebäude könnten mit Leben gefüllt werden, die Stadt belebt, Fähigkeiten können mit anderen geteilt, ein Wettbewerb für die besten Ideen gestartet und vieles mehr…

Seit dem Start der Maßnahme 2012 blicken wir auch auf konkrete Erfahrungen der Teilnehmer zurück, gesundheitliche Einschränkungen zeigten sich als kein Hindernis, sie wurden zumeist auch besser. Der Stress vom AMS fällt weg, es bleibt so Raum für die schöpferische Tätigkeit, für Tätigkeiten, die eigentlich den Reichtum einer Gesellschaft ausmachen. Die Menschen blühen auf, gewinnen neues Selbstvertrauen das mitunter auch in einen neuen Beschäftigung oder Arbeitsplatz mündet.

2017 soll nun das Projekt mit einer Studie begleitet werden, um die positiven Erfahrungen auch wissenschaftlich belegen und evaluieren zu können. 40 Personen, also ca. 10 % der Bevölkerung können sich in einem Zeitraum von 1,5 Jahren in die Gesellschaft einbringen. Die Auswirkungen auf die Menschen und die Gemeinde werden überprüft und evaluiert.

Und wie gehen wir mit Müßiggang um? Bisherige Erfahrungen zeigten, dass dies so gut wie gar nicht vorkam, alle Teilnehmer wollten „Von Herzen gerne tätig“ sein!

Einkommen ohne Arbeit?

Philosphisches Cafe 22.9.16
19:30 Uhr, Cafe Bar Loungerie, Heidenreichstein
Gesprächsleitung: Karl A. Immervoll

Für die schwächsten in der Gesellschaft gibt es am regulären Arbeitsmarkt keine Chance. In Heidenreichstein bietet eine besondere Maßnahme eine Art Grundeinkommen auf Zeit: Menschen üben eine Tätigkeit ihrer Wahl und Fähigkeiten entsprechend aus.

Welche Effekte kann „Von Herzen gerne tätig sein“ auf Gesellschaft und Gemeinwesen haben?

Darüber und den Sinn der Maßnahme diskutierte eine bunt zusammengesetzte Gruppe an diesem Abend.

Anforderungen und Qualifikationsvoraussetzungen an Arbeitssuchende sind hoch. Die passende Erwerbsarbeit zu finden ist oft eine unüberwindbare Hürde.
Die Fähigkeiten und Talente sind dennoch vorhanden, die Maßnahme „Von Herzen gerne tätig“ ermöglicht, diese zumindest für sechs Monate weiterzuentwickeln. Für diesen Zeitraum wird der Begriff „Arbeit“ neu definiert und von „Leistung“ entkoppelt.

Und so ist vieles möglich, leere Gebäude könnten mit Leben gefüllt werden, die Stadt belebt, Fähigkeiten können mit anderen geteilt, ein Wettbewerb für die besten Ideen gestartet und vieles mehr…

Seit dem Start der Maßnahme 2012 blicken wir auch auf konkrete Erfahrungen der Teilnehmer zurück, gesundheitliche Einschränkungen zeigten sich als kein Hindernis, sie wurden zumeist auch besser. Der Stress vom AMS fällt weg, es bleibt so Raum für die schöpferische Tätigkeit, für Tätigkeiten, die eigentlich den Reichtum einer Gesellschaft ausmachen. Die Menschen blühen auf, gewinnen neues Selbstvertrauen das mitunter auch in einen neuen Beschäftigung oder Arbeitsplatz mündet.

2017 soll nun das Projekt mit einer Studie begleitet werden, um die positiven Erfahrungen auch wissenschaftlich belegen und evaluieren zu können. 40 Personen, also ca. 10 % der Bevölkerung können sich in einem Zeitraum von 1,5 Jahren in die Gesellschaft einbringen. Die Auswirkungen auf die Menschen und die Gemeinde werden überprüft und evaluiert.

Und wie gehen wir mit Müßiggang um? Bisherige Erfahrungen zeigten, dass dies so gut wie gar nicht vorkam, alle Teilnehmer wollten „Von Herzen gerne tätig“ sein!

Arbeit

Sinnvolle Arbeit ist ein Menschenrecht

Aktuelles - Arbeit

Von Herzen gerne tätig sein

Von Herzen gerne tätig sein

Verein für soziale Entwicklungsarbeit

Pertholzer Straße 16, 3860 Heidenreichstein
Tel.: 02862/522 93

E-Mail: barbara [dot] koerneratbsowv [dot] at
www.waldviertler-alternativen.at

„Von Herzen gerne tätig sein!“

Freiwilliger Kurs zur Aktivierung und Kreativitätssteigerung von langzeitarbeitslosen Menschen — Grundeinkommen auf Zeit

Kurzbeschreibung der Maßnahme

Heidenreichstein ist ein Ort mit hohem „sozialen Kapital“ – das bedeutet, viele Menschen sind bereit, sich in die Gemeinschaft einzubringen. Dies bestätigt die Bedarfserhebung der Fachhochschule St. Pölten (Ilse Arlt Institut für soziale Inklusionsforschung), erstellt 2010 im Rahmen des Projekts „Familie und Gesundheit“.
Jedoch ist die Beteiligung Arbeitsloser am freiwilligen Engagement Österreich weit mit rund 16 % um die Hälfte niedriger als bei Erwerbstätigen mit knapp 33 %. Wie kann das sein, haben Arbeitslose nicht Zeit genug?
Margit Appel von der KSÖ: „Das ist zu erklären, denn Ehrenamt fragt die gleichen Qualitäten nach, wie die Arbeitswelt. Wer in der Arbeitswelt gefragt ist, einen Job hat, dem wird auch ein Ehrenamt zugetraut und kann mitgestalten.“
Keine Gemeinschaft kann sich leisten, auf die Fähigkeiten und Begabungen der Menschen, die hier leben und aus den verschiedensten Gründen von Erwerbsarbeit ausgeschlossen sind, zu verzichten!

Daher bietet der Verein zur Förderung von ArbeiterInnen seit 1. Jänner 2011 die Maßnahme „Von Herzen gerne tätig sein“, vom AMS als gleichwertiger Ersatz für eine Kursmaßnahme genehmigt, unter folgenden Gesichtspunkten an:

  • Freiwillige Auswahl eines Vereins, Tätigkeit oder Initiative
  • Dauer max. sechs Monate im Ausmaß von 16 – 25 Wochenstunden
  • Einstieg und Ausstieg jederzeit möglich (sinnvolle Vermittlung durch AMS möglich, jedoch keine ungewollte Kursvermittlung)
  • Wöchentliche Begleitung und Reflexion
  • Menschen bekommen DLU und sind unfallversichert

Kontaktaufnahme erfolgt über die Heidenreichsteiner Arche, persönlich oder telefonisch unter +43 (0) 2862 / 280 83.

Von Herzen gerne tätig sein

Verein für soziale Entwicklungsarbeit

Pertholzer Straße 16, 3860 Heidenreichstein
Tel.: 02862/522 93

E-Mail: barbara [dot] koerneratbsowv [dot] at
www.waldviertler-alternativen.at

„Von Herzen gerne tätig sein!“

Freiwilliger Kurs zur Aktivierung und Kreativitätssteigerung von langzeitarbeitslosen Menschen — Grundeinkommen auf Zeit

Kurzbeschreibung der Maßnahme

Heidenreichstein ist ein Ort mit hohem „sozialen Kapital“ – das bedeutet, viele Menschen sind bereit, sich in die Gemeinschaft einzubringen. Dies bestätigt die Bedarfserhebung der Fachhochschule St. Pölten (Ilse Arlt Institut für soziale Inklusionsforschung), erstellt 2010 im Rahmen des Projekts „Familie und Gesundheit“.
Jedoch ist die Beteiligung Arbeitsloser am freiwilligen Engagement Österreich weit mit rund 16 % um die Hälfte niedriger als bei Erwerbstätigen mit knapp 33 %. Wie kann das sein, haben Arbeitslose nicht Zeit genug?
Margit Appel von der KSÖ: „Das ist zu erklären, denn Ehrenamt fragt die gleichen Qualitäten nach, wie die Arbeitswelt. Wer in der Arbeitswelt gefragt ist, einen Job hat, dem wird auch ein Ehrenamt zugetraut und kann mitgestalten.“
Keine Gemeinschaft kann sich leisten, auf die Fähigkeiten und Begabungen der Menschen, die hier leben und aus den verschiedensten Gründen von Erwerbsarbeit ausgeschlossen sind, zu verzichten!

Daher bietet der Verein zur Förderung von ArbeiterInnen seit 1. Jänner 2011 die Maßnahme „Von Herzen gerne tätig sein“, vom AMS als gleichwertiger Ersatz für eine Kursmaßnahme genehmigt, unter folgenden Gesichtspunkten an:

  • Freiwillige Auswahl eines Vereins, Tätigkeit oder Initiative
  • Dauer max. sechs Monate im Ausmaß von 16 – 25 Wochenstunden
  • Einstieg und Ausstieg jederzeit möglich (sinnvolle Vermittlung durch AMS möglich, jedoch keine ungewollte Kursvermittlung)
  • Wöchentliche Begleitung und Reflexion
  • Menschen bekommen DLU und sind unfallversichert

Kontaktaufnahme erfolgt über die Heidenreichsteiner Arche, persönlich oder telefonisch unter +43 (0) 2862 / 280 83.

Von Herzen gerne tätig sein

Verein für soziale Entwicklungsarbeit

Pertholzer Straße 16, 3860 Heidenreichstein
Tel.: 02862/522 93

E-Mail: barbara [dot] koerneratbsowv [dot] at
www.waldviertler-alternativen.at

„Von Herzen gerne tätig sein!“

Freiwilliger Kurs zur Aktivierung und Kreativitätssteigerung von langzeitarbeitslosen Menschen — Grundeinkommen auf Zeit

Kurzbeschreibung der Maßnahme

Heidenreichstein ist ein Ort mit hohem „sozialen Kapital“ – das bedeutet, viele Menschen sind bereit, sich in die Gemeinschaft einzubringen. Dies bestätigt die Bedarfserhebung der Fachhochschule St. Pölten (Ilse Arlt Institut für soziale Inklusionsforschung), erstellt 2010 im Rahmen des Projekts „Familie und Gesundheit“.
Jedoch ist die Beteiligung Arbeitsloser am freiwilligen Engagement Österreich weit mit rund 16 % um die Hälfte niedriger als bei Erwerbstätigen mit knapp 33 %. Wie kann das sein, haben Arbeitslose nicht Zeit genug?
Margit Appel von der KSÖ: „Das ist zu erklären, denn Ehrenamt fragt die gleichen Qualitäten nach, wie die Arbeitswelt. Wer in der Arbeitswelt gefragt ist, einen Job hat, dem wird auch ein Ehrenamt zugetraut und kann mitgestalten.“
Keine Gemeinschaft kann sich leisten, auf die Fähigkeiten und Begabungen der Menschen, die hier leben und aus den verschiedensten Gründen von Erwerbsarbeit ausgeschlossen sind, zu verzichten!

Daher bietet der Verein zur Förderung von ArbeiterInnen seit 1. Jänner 2011 die Maßnahme „Von Herzen gerne tätig sein“, vom AMS als gleichwertiger Ersatz für eine Kursmaßnahme genehmigt, unter folgenden Gesichtspunkten an:

  • Freiwillige Auswahl eines Vereins, Tätigkeit oder Initiative
  • Dauer max. sechs Monate im Ausmaß von 16 – 25 Wochenstunden
  • Einstieg und Ausstieg jederzeit möglich (sinnvolle Vermittlung durch AMS möglich, jedoch keine ungewollte Kursvermittlung)
  • Wöchentliche Begleitung und Reflexion
  • Menschen bekommen DLU und sind unfallversichert

Kontaktaufnahme erfolgt über die Heidenreichsteiner Arche, persönlich oder telefonisch unter +43 (0) 2862 / 280 83.

Integration von Menschen mit Behinderung

Integration von Menschen mit Behinderung

Blues in F — Combo Pertholz

In der Tagesstätte „Zuversicht“ sind Menschen mit Handicap unter Assistenz von fünf Schlüsselarbeitskräften nach den Richtlinien des NÖ Sozialhilfegesetzes („Hilfe durch Beschäftigung“) tätig. MitarbeiterInnen werden begleitet, unterstützt und gefördert. Respektvolles Miteinander, gute Umgangsformen und gegenseitige Wertschätzung tragen wesentlich zur Erhöhung von sozialer Kompetenz bei. Aufgabe der Tagesstätte ist es auch, öffentlich präsent zu sein, sodass sich die MitarbeiterInnen als wertvolle Mitglieder der Gesellschaft erleben und an ihr teilhaben können z.B. mit der Musikgruppe "Combo Pertholz".

Integration von Menschen mit Behinderung

Blues in F — Combo Pertholz

In der Tagesstätte „Zuversicht“ sind Menschen mit Handicap unter Assistenz von fünf Schlüsselarbeitskräften nach den Richtlinien des NÖ Sozialhilfegesetzes („Hilfe durch Beschäftigung“) tätig. MitarbeiterInnen werden begleitet, unterstützt und gefördert. Respektvolles Miteinander, gute Umgangsformen und gegenseitige Wertschätzung tragen wesentlich zur Erhöhung von sozialer Kompetenz bei. Aufgabe der Tagesstätte ist es auch, öffentlich präsent zu sein, sodass sich die MitarbeiterInnen als wertvolle Mitglieder der Gesellschaft erleben und an ihr teilhaben können z.B. mit der Musikgruppe "Combo Pertholz".

Blues in F — Combo Pertholz
Blues in F — Combo Pertholz

Integration von Menschen mit Behinderung

Blues in F — Combo Pertholz

In der Tagesstätte „Zuversicht“ sind Menschen mit Handicap unter Assistenz von fünf Schlüsselarbeitskräften nach den Richtlinien des NÖ Sozialhilfegesetzes („Hilfe durch Beschäftigung“) tätig. MitarbeiterInnen werden begleitet, unterstützt und gefördert. Respektvolles Miteinander, gute Umgangsformen und gegenseitige Wertschätzung tragen wesentlich zur Erhöhung von sozialer Kompetenz bei. Aufgabe der Tagesstätte ist es auch, öffentlich präsent zu sein, sodass sich die MitarbeiterInnen als wertvolle Mitglieder der Gesellschaft erleben und an ihr teilhaben können z.B. mit der Musikgruppe "Combo Pertholz".

Grundeinkommen — ein Versuch

Grundeinkommen — ein Versuch

Folder "Sinnvoll tätig sein — Ein Grundeinkommensprojekt in Heidenreichstein"

Grundeinkommen — ein Versuch

Im Abseits

Grete ist nach einem schweren Unfall gehbehindert. Sie geht mit Krücken, mit dem Auto kann sie selbst nicht fahren, das Einsteigen in Busse schafft sie ohne Hilfe nicht. Vorher hat sie in einer großen Firma im Büro gearbeitet. Die Firma hat sie gekündigt. Sie schreibt durchaus mit Erfolg Gedichte und Kurzgeschichten.

Fred, Mitte 50, ist gelernter Werkzeugmacher. Nach der Scheidung hatte er Probleme mit dem Alkohol und ist total ins Abseits gerutscht. Er hat sich wieder gefangen, ist trocken, lebt in seinem kleinen bescheidenen Haus – allein. Sein großes Hobby ist das Reparieren jeglicher Gegenstände und Geräte. Als Werkzeugmacher hat er keine Chance mehr, das Programmieren von CNC - Maschinen ist an ihm vorübergegangen.

Petra ist eine junge Mutter. Auf Grund einer Schwangerschaft musste sie ihr Studium aufgeben. Seither hat sie noch drei weitere Kinder geboren. Petra hat eine besondere Gabe auf Menschen zuzugehen, besonders auf Kinder. Den Freiraum, den sie mit Schule und Kindergarten an manchen Vormittagen hat gibt ihr nicht die Chance auf eine Erwerbsarbeit.

Ein Philosophisches Café

Die Liste wäre endlos fortzusetzen. Immer mehr Menschen haben in diesem System keine Chance. Und was sie gerne tun würden ist nicht gefragt. Daher stellten wir als Betriebsseelsorge diese Frage: Was möchtest du von Herzen gerne tun? Es ist die Frage Fähigkeiten von Personen, die unsere Gesellschaft bereichern könnten. Und wir fragten weiter: Können Herzensangelegenheiten die Welt verändern?
Unter diesem Titel gab es ein Philosophisches Café. Dort entstand der Gedanke, dass es doch möglich sein müsste, arbeitssuchenden Menschen, die einen Kurs des AMS machen müssen, vielleicht schon den 3. Berufsorientierungskurs, eine Alternative zu bieten: ein halbes Jahr sich mit etwas zu beschäftigen, das sie wirklich von Herzen gerne tun möchten!

Die Idee faszinierte, wurde in ein Konzept verfasst und erfolgreich verhandelt. Zwar gibt es kein Geld dafür, aber wir dürfen das als Kurs anbieten und Menschen rund um Heidenreichstein dazu einladen. Das AMS unterstützt die TeilnehmerInnen. Einzige Bitte: Entscheide dich und formuliere: Was möchtest du von Herzen gerne tun? Der große Vorteil: das gilt für alle ohne irgendeine Vorbedingung.

Von der Idee zum Modell

Heli war von Anfang dabei, er wollte sich in der Bibliothek engagieren. Michaela, Textilarbeiterin in der vor einiger Zeit in Konkurs gegangen Fabrik, die eine behinderte junge Frau in Pflege genommen hat, absolvierte gleichsam eine „Ausbildung“ in einer geschützten Werkstätte. Josef kam aus seinen vier Wänden heraus und machte sich beim Fußballverein nützlich. Und natürlich waren auch Grete, Fred und Petra von der Partie. Nach und nach kamen andere dazu. Wir kannten sie alle ja schon lange. Aber vom ersten Augenblick der „Maßnahme“, die individuell begonnen werden kann und 6 Monate dauert, wird jede Person von uns persönlich begleitet. Die Idee wurde zu einem Erfolgsmodell: Für alle war das halbe Jahr viel zu schnell um, denn es stärkte ihr Selbstbewusstsein und gab ihrem Leben Sinn. Einige bekamen durch ihre Tätigkeit einen Arbeitsplatz, andere durchbrachen ihre soziale Isolation und bekamen eine Aufgabe unter Menschen. Die Zeit der Maßnahme verging, der Kontakt blieb.

Der Unterschied

Was war nun das völlig andere in dieser Maßnahme? Die TeilnehmerInnen hatten keinen Druck mehr sich bewerben zu müssen. Alle waren schon seit Jahren Arbeit suchend und bewarben sich bei den in Frage kommenden Betrieben immer wieder erfolglos. Und auch wenn es oft passiert, es gibt keinen Gewöhnungseffekt. Jede Ablehnung ist ein Schlag in die Magengrube!

Nun bekamen sie für das was sie taten Anerkennung. Auf einmal war es kein Blödsinn mehr, für den sie Zeit vergeudeten statt zu „arbeiten“, sie konnten darauf hinweisen, dass dies eine ganz legale Sache im Rahmen des AMS ist, so etwas wie ein Kurs eben. Vor allem konnten sie etwas ausprobieren und entwickeln!

Wir definieren Arbeit neu und gehen einen Schritt in Richtung Grundeinkommen

Jeder Mensch hat Fähigkeiten, viele liegen brach. Arbeit bedeutet, diese Fähigkeiten zu entwickeln und sie mit anderen Menschen zu teilen, das heißt sie in die Gesellschaft einzubringen. Das ist die Grundlage für unser Experiment. Die positiven Erfahrungen ermutigen uns die „Maßnahme“ auf 18 Monate auszudehnen. Etwa 1% der Heidenreichsteiner Bevölkerung soll einbezogen werden, Menschen, die wenig bis gar keine Chancen mehr auf diesem Arbeitsmarkt haben. Es ist eine einmalige Chance für die Region. Und es gibt zwei Forschungsziele:

Wie verändert sich die Situation der Einzelpersonen? Und wie wirkt sich das auf eine von der Krise geprägten Stadt wie Heidenreichstein aus, wenn Menschen, die durch Langzeitarbeitslosigkeit in sozialer Isolation sind, nun gemeinnützig tätig werden.
Wir sind gespannt und hoffen auf die dafür notwendigen Mittel!

Karl A. Immervoll
Folder "Sinnvoll tätig sein — Ein Grundeinkommensprojekt in Heidenreichstein"

Grundeinkommen — ein Versuch

Folder "Sinnvoll tätig sein — Ein Grundeinkommensprojekt in Heidenreichstein"

Grundeinkommen — ein Versuch

Im Abseits

Grete ist nach einem schweren Unfall gehbehindert. Sie geht mit Krücken, mit dem Auto kann sie selbst nicht fahren, das Einsteigen in Busse schafft sie ohne Hilfe nicht. Vorher hat sie in einer großen Firma im Büro gearbeitet. Die Firma hat sie gekündigt. Sie schreibt durchaus mit Erfolg Gedichte und Kurzgeschichten.

Fred, Mitte 50, ist gelernter Werkzeugmacher. Nach der Scheidung hatte er Probleme mit dem Alkohol und ist total ins Abseits gerutscht. Er hat sich wieder gefangen, ist trocken, lebt in seinem kleinen bescheidenen Haus – allein. Sein großes Hobby ist das Reparieren jeglicher Gegenstände und Geräte. Als Werkzeugmacher hat er keine Chance mehr, das Programmieren von CNC - Maschinen ist an ihm vorübergegangen.

Petra ist eine junge Mutter. Auf Grund einer Schwangerschaft musste sie ihr Studium aufgeben. Seither hat sie noch drei weitere Kinder geboren. Petra hat eine besondere Gabe auf Menschen zuzugehen, besonders auf Kinder. Den Freiraum, den sie mit Schule und Kindergarten an manchen Vormittagen hat gibt ihr nicht die Chance auf eine Erwerbsarbeit.

Ein Philosophisches Café

Die Liste wäre endlos fortzusetzen. Immer mehr Menschen haben in diesem System keine Chance. Und was sie gerne tun würden ist nicht gefragt. Daher stellten wir als Betriebsseelsorge diese Frage: Was möchtest du von Herzen gerne tun? Es ist die Frage Fähigkeiten von Personen, die unsere Gesellschaft bereichern könnten. Und wir fragten weiter: Können Herzensangelegenheiten die Welt verändern?
Unter diesem Titel gab es ein Philosophisches Café. Dort entstand der Gedanke, dass es doch möglich sein müsste, arbeitssuchenden Menschen, die einen Kurs des AMS machen müssen, vielleicht schon den 3. Berufsorientierungskurs, eine Alternative zu bieten: ein halbes Jahr sich mit etwas zu beschäftigen, das sie wirklich von Herzen gerne tun möchten!

Die Idee faszinierte, wurde in ein Konzept verfasst und erfolgreich verhandelt. Zwar gibt es kein Geld dafür, aber wir dürfen das als Kurs anbieten und Menschen rund um Heidenreichstein dazu einladen. Das AMS unterstützt die TeilnehmerInnen. Einzige Bitte: Entscheide dich und formuliere: Was möchtest du von Herzen gerne tun? Der große Vorteil: das gilt für alle ohne irgendeine Vorbedingung.

Von der Idee zum Modell

Heli war von Anfang dabei, er wollte sich in der Bibliothek engagieren. Michaela, Textilarbeiterin in der vor einiger Zeit in Konkurs gegangen Fabrik, die eine behinderte junge Frau in Pflege genommen hat, absolvierte gleichsam eine „Ausbildung“ in einer geschützten Werkstätte. Josef kam aus seinen vier Wänden heraus und machte sich beim Fußballverein nützlich. Und natürlich waren auch Grete, Fred und Petra von der Partie. Nach und nach kamen andere dazu. Wir kannten sie alle ja schon lange. Aber vom ersten Augenblick der „Maßnahme“, die individuell begonnen werden kann und 6 Monate dauert, wird jede Person von uns persönlich begleitet. Die Idee wurde zu einem Erfolgsmodell: Für alle war das halbe Jahr viel zu schnell um, denn es stärkte ihr Selbstbewusstsein und gab ihrem Leben Sinn. Einige bekamen durch ihre Tätigkeit einen Arbeitsplatz, andere durchbrachen ihre soziale Isolation und bekamen eine Aufgabe unter Menschen. Die Zeit der Maßnahme verging, der Kontakt blieb.

Der Unterschied

Was war nun das völlig andere in dieser Maßnahme? Die TeilnehmerInnen hatten keinen Druck mehr sich bewerben zu müssen. Alle waren schon seit Jahren Arbeit suchend und bewarben sich bei den in Frage kommenden Betrieben immer wieder erfolglos. Und auch wenn es oft passiert, es gibt keinen Gewöhnungseffekt. Jede Ablehnung ist ein Schlag in die Magengrube!

Nun bekamen sie für das was sie taten Anerkennung. Auf einmal war es kein Blödsinn mehr, für den sie Zeit vergeudeten statt zu „arbeiten“, sie konnten darauf hinweisen, dass dies eine ganz legale Sache im Rahmen des AMS ist, so etwas wie ein Kurs eben. Vor allem konnten sie etwas ausprobieren und entwickeln!

Wir definieren Arbeit neu und gehen einen Schritt in Richtung Grundeinkommen

Jeder Mensch hat Fähigkeiten, viele liegen brach. Arbeit bedeutet, diese Fähigkeiten zu entwickeln und sie mit anderen Menschen zu teilen, das heißt sie in die Gesellschaft einzubringen. Das ist die Grundlage für unser Experiment. Die positiven Erfahrungen ermutigen uns die „Maßnahme“ auf 18 Monate auszudehnen. Etwa 1% der Heidenreichsteiner Bevölkerung soll einbezogen werden, Menschen, die wenig bis gar keine Chancen mehr auf diesem Arbeitsmarkt haben. Es ist eine einmalige Chance für die Region. Und es gibt zwei Forschungsziele:

Wie verändert sich die Situation der Einzelpersonen? Und wie wirkt sich das auf eine von der Krise geprägten Stadt wie Heidenreichstein aus, wenn Menschen, die durch Langzeitarbeitslosigkeit in sozialer Isolation sind, nun gemeinnützig tätig werden.
Wir sind gespannt und hoffen auf die dafür notwendigen Mittel!

Karl A. Immervoll

Grundeinkommen — ein Versuch

Folder "Sinnvoll tätig sein — Ein Grundeinkommensprojekt in Heidenreichstein"

Grundeinkommen — ein Versuch

Im Abseits

Grete ist nach einem schweren Unfall gehbehindert. Sie geht mit Krücken, mit dem Auto kann sie selbst nicht fahren, das Einsteigen in Busse schafft sie ohne Hilfe nicht. Vorher hat sie in einer großen Firma im Büro gearbeitet. Die Firma hat sie gekündigt. Sie schreibt durchaus mit Erfolg Gedichte und Kurzgeschichten.

Fred, Mitte 50, ist gelernter Werkzeugmacher. Nach der Scheidung hatte er Probleme mit dem Alkohol und ist total ins Abseits gerutscht. Er hat sich wieder gefangen, ist trocken, lebt in seinem kleinen bescheidenen Haus – allein. Sein großes Hobby ist das Reparieren jeglicher Gegenstände und Geräte. Als Werkzeugmacher hat er keine Chance mehr, das Programmieren von CNC - Maschinen ist an ihm vorübergegangen.

Petra ist eine junge Mutter. Auf Grund einer Schwangerschaft musste sie ihr Studium aufgeben. Seither hat sie noch drei weitere Kinder geboren. Petra hat eine besondere Gabe auf Menschen zuzugehen, besonders auf Kinder. Den Freiraum, den sie mit Schule und Kindergarten an manchen Vormittagen hat gibt ihr nicht die Chance auf eine Erwerbsarbeit.

Ein Philosophisches Café

Die Liste wäre endlos fortzusetzen. Immer mehr Menschen haben in diesem System keine Chance. Und was sie gerne tun würden ist nicht gefragt. Daher stellten wir als Betriebsseelsorge diese Frage: Was möchtest du von Herzen gerne tun? Es ist die Frage Fähigkeiten von Personen, die unsere Gesellschaft bereichern könnten. Und wir fragten weiter: Können Herzensangelegenheiten die Welt verändern?
Unter diesem Titel gab es ein Philosophisches Café. Dort entstand der Gedanke, dass es doch möglich sein müsste, arbeitssuchenden Menschen, die einen Kurs des AMS machen müssen, vielleicht schon den 3. Berufsorientierungskurs, eine Alternative zu bieten: ein halbes Jahr sich mit etwas zu beschäftigen, das sie wirklich von Herzen gerne tun möchten!

Die Idee faszinierte, wurde in ein Konzept verfasst und erfolgreich verhandelt. Zwar gibt es kein Geld dafür, aber wir dürfen das als Kurs anbieten und Menschen rund um Heidenreichstein dazu einladen. Das AMS unterstützt die TeilnehmerInnen. Einzige Bitte: Entscheide dich und formuliere: Was möchtest du von Herzen gerne tun? Der große Vorteil: das gilt für alle ohne irgendeine Vorbedingung.

Von der Idee zum Modell

Heli war von Anfang dabei, er wollte sich in der Bibliothek engagieren. Michaela, Textilarbeiterin in der vor einiger Zeit in Konkurs gegangen Fabrik, die eine behinderte junge Frau in Pflege genommen hat, absolvierte gleichsam eine „Ausbildung“ in einer geschützten Werkstätte. Josef kam aus seinen vier Wänden heraus und machte sich beim Fußballverein nützlich. Und natürlich waren auch Grete, Fred und Petra von der Partie. Nach und nach kamen andere dazu. Wir kannten sie alle ja schon lange. Aber vom ersten Augenblick der „Maßnahme“, die individuell begonnen werden kann und 6 Monate dauert, wird jede Person von uns persönlich begleitet. Die Idee wurde zu einem Erfolgsmodell: Für alle war das halbe Jahr viel zu schnell um, denn es stärkte ihr Selbstbewusstsein und gab ihrem Leben Sinn. Einige bekamen durch ihre Tätigkeit einen Arbeitsplatz, andere durchbrachen ihre soziale Isolation und bekamen eine Aufgabe unter Menschen. Die Zeit der Maßnahme verging, der Kontakt blieb.

Der Unterschied

Was war nun das völlig andere in dieser Maßnahme? Die TeilnehmerInnen hatten keinen Druck mehr sich bewerben zu müssen. Alle waren schon seit Jahren Arbeit suchend und bewarben sich bei den in Frage kommenden Betrieben immer wieder erfolglos. Und auch wenn es oft passiert, es gibt keinen Gewöhnungseffekt. Jede Ablehnung ist ein Schlag in die Magengrube!

Nun bekamen sie für das was sie taten Anerkennung. Auf einmal war es kein Blödsinn mehr, für den sie Zeit vergeudeten statt zu „arbeiten“, sie konnten darauf hinweisen, dass dies eine ganz legale Sache im Rahmen des AMS ist, so etwas wie ein Kurs eben. Vor allem konnten sie etwas ausprobieren und entwickeln!

Wir definieren Arbeit neu und gehen einen Schritt in Richtung Grundeinkommen

Jeder Mensch hat Fähigkeiten, viele liegen brach. Arbeit bedeutet, diese Fähigkeiten zu entwickeln und sie mit anderen Menschen zu teilen, das heißt sie in die Gesellschaft einzubringen. Das ist die Grundlage für unser Experiment. Die positiven Erfahrungen ermutigen uns die „Maßnahme“ auf 18 Monate auszudehnen. Etwa 1% der Heidenreichsteiner Bevölkerung soll einbezogen werden, Menschen, die wenig bis gar keine Chancen mehr auf diesem Arbeitsmarkt haben. Es ist eine einmalige Chance für die Region. Und es gibt zwei Forschungsziele:

Wie verändert sich die Situation der Einzelpersonen? Und wie wirkt sich das auf eine von der Krise geprägten Stadt wie Heidenreichstein aus, wenn Menschen, die durch Langzeitarbeitslosigkeit in sozialer Isolation sind, nun gemeinnützig tätig werden.
Wir sind gespannt und hoffen auf die dafür notwendigen Mittel!

Karl A. Immervoll
Warum Grundeinkommen eine notwendige Alternative ist oder:

Warum Grundeinkommen eine notwendige Alternative ist oder:

Folder "Sinnvoll tätig sein — Ein Grundeinkommensprojekt in Heidenreichstein"

Warum Grundeinkommen eine notwendige Alternative ist oder:
Die Neue Welt des Arbeitens und ihre Auswirkung auf das gesellschaftliche Zusammeneben

Die Ausgangslage

Unsere Gesellschaft steht vor der Schwelle der Digitalisierung der Arbeits- und damit auch der Lebenswelten der Menschen. Die Veränderungen werden die nächsten Generationen massiv betreffen. Unter dem Begriff 4.0 passiert eine Automatisierungswelle nach der anderen. In der Produktion werden Maschinen und Werkstücke vernetzt und Produktionsabläufe noch unabhängiger von menschlicher Arbeit. Das bedeutet einen massiven Verlust von Arbeitsplätzen. Gemäß der „Oxford-Studie“ (2013) sind in den nächsten 10 bis 20 Jahren in den USA 47% der Arbeitsplätze automatisierbar. Für Europa sind die Zahlen nicht wesentlich anders. Der sogenannte Arbeitsmarkt kann diese Entwicklung nicht mehr auffangen. Das Wirtschaftswachstum schafft schon längst keine zusätzliche Arbeit. Zwar steigt die Zahl der Beschäftigten stetig, zwischen 2010 und 2015 um 14,4%, die Anzahl der Arbeitsstunden im gleichen Zeitraum allerdings nur mehr um 0,6%. In Krisenregionen ist die Abnahme der Gesamtarbeitszeit massiv. Gleichzeitig entstehen neue Branchen und Berufe. Es geht also nicht nur um den Wegfall von Arbeitsplätzen, sondern auch um eine wesentliche Veränderung in der Qualität der Arbeit.

KonsumentInnen werden durch Einbeziehung in Wertschöpfungsprozesse und durch die Ausweitung der digitalen Selbstbedienung verstärkt als kostenlose Arbeitskräfte genutzt, von der Banküberweisung am Automaten bis zur Scannerkassa im personallosen Markt. Arbeit wird auch in die Haushalte verlegt. So werden T-Shirts selbst gestaltet und alle möglichen Geschäfte daheim erledigt.
Die Grenze zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit wird verwischt.

Die neue Generation von Betrieben

Das bedeutet für Betriebe und die dort tätigen Menschen eine unglaublich Entwicklung:

  1. Die Struktur der Betriebe ist immer mehr von komplexen Systemen geprägt. 70% der Betriebe lagern Arbeit aus, es bilden sich Cluster. Grenzen lösen sich auf, Ansiedeln und Absiedeln von Arbeit oder ganzer Betriebe wird noch leichter. Gezielte Rationalisierungsprozesse bewirken stärkere Ortsunabhängikeit von Arbeit und sie nutzen Digitalisierung und elektronische Vernetzung für eine neue geografische Verteilung der Arbeit.

  2. Die Arbeitsverhältnisse werden flexibler, immer mehr Teilzeit- statt Vollzeitarbeitsplätze, aber auch unterschiedliche Arbeitszeiten und Orte (Permajobmodelle). Während die Zahl der Arbeitsplätze steigt, nimmt das Volumen der Arbeitsstunden nicht mehr zu.

  3. Organisationsstrukturen lösen sich auf: Statt einer Hierarchie gibt es Netzwerke und Projektorganisationen. Es entstehen neue Geschäftsmodelle und damit eine Abkehr von der traditionellen Organisation ganzer Branchen. Es bilden sich Internetplattformen, die selbstständige Arbeit ausweiten. Aufgaben werden an eine offene Zahl von InternetnutzerInnen und InteressentInnen ausgeschrieben (Crowdsourcing).

  4. Arbeitsformen werden stets flexibler, das heißt Arbeit entwickelt sich weg vom Ort! Sie kann irgendwo und irgendwann passieren. In vielen Fällen gibt es nicht mehr die Begegnung von Angesicht zu Angesicht, sondern (auch) weltweit vernetzt durch digitale Formen.

  5. So verändern sich Arbeitsstile: in allen Generationen steigt die digitale Kompetenz. Die Qualität der Arbeit hat gegensätzliche Entwicklungstendenzen. Einerseits erhalten qualifizierte Beschäftigte mehr Gestaltungsspielraum und Selbstverantwortung unter gleichzeitiger Steigerung des Verlangens nach dem Erreichen höher gesteckter Ziele. Andererseits kommt es durch die Digitalisierung zu einem „Taylorismus 4.0“. Arbeit wird vereinfacht, abgewertet und stärker fremdgesteuert und überwacht.

  6. Die Anforderungen an Bildung und Flexibilität für die im Arbeitsprozess stehenden steigt enorm.

Die Antwort ist eine politische und keine technische Frage!

Die Auswirkungen sind abhängig von der Entwicklung in Wirtschaft und öffentlichem Sektor: wie wird entgegengesteuert?

  • Das heißt: Wie ist die Verteilung des Reichtums (weltweit)?

  • Wird menschliche Arbeit auch weiterhin besteuert während die Anschaffung von Technologie als Investition abgeschrieben werden kann?

  • Wie entwickelt sich die Kaufkraft jener Menschen, die zu den VerliererInnen des Systems werden? Zum Beispiel MindestsicherungsbezieherInnen – und nicht nur sie - kaufen vermehrt über Internet und nicht mehr lokal.

Das Problem „Daten“

  1. Derzeit verdoppelt sich das weltweit verfügbare Wissen all fünf Jahre, aber nur etwa die Hälfte dessen bleibt länger als eben diese Zeit aktuell. Alle eineinhalb Jahre verdoppelt sich die Rechenleistung von Computern, alle drei Jahre die weltweit gespeicherten Daten. Diese lassen sich rasch und kostengünstig vernetzen. Arbeitsprozesse werden damit zunehmend von Softwareprogrammen erledigt. Hochqualifizierte SachberarbeiterInnen werden überflüssig. Die EU-Kommission prognostiziert, dass in etwa 10 Jahren rund 80% der heute angewandten Technologien ersetzt werden.

  2. • Während Steuern und Abgaben derzeit ausschließlich nationalstaatlich geregelt sind, wird die Wirtschaftsleistung zum überwiegenden Teil international erbracht.
    • Durch die weltweiten Aktivitäten im Anbieten von Arbeitsleistungen werden arbeitsrechtliche Regelungen neuer Art notwendig. Es gibt auf dieser Ebene aber keinen verbindlichen Arbeitnehmerschutz und keine Mindestlöhne.
    • Die Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in Verlierer und Gewinner. Besonders Jugendliche sind betroffen. In den Ländern Südeuropas beträgt die Jugendarbeitslosigkeit um die 50% - trotz massiver Auswanderung.
    • Die Digitalisierung ermöglicht totale Kontrolle. Das beeinflusst unsere Lebensgewohnheiten. Daher braucht es auch hier Schutzbestimmungen.

Der Einfluss auf Gemeinden und Vereine

Die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf Kommunen sind nachhaltig negativ: In den Betrieben wird Gemeinschaft nicht mehr gelebt, die Teilnahme am Betriebsgeschehen richtet sich nach der Teamfähigkeit im Sinne der Funktionalität des Geschehens. Betriebe sind ortsungebundener, Menschen siedeln weiter in Richtung Städte und ihre Umgebungen. Dort wohnen die Leute, aber sie nehmen häufig nicht mehr am Leben der Städte und Dörfer teil. Das ist nicht nur eine Sache des Interesses, sondern auch der Möglichkeiten: Arbeitszeiten, Pendelwege, stetige Bereitschaft und so weiter.

Die Anforderung an das Bildungssystem

Es ist eine Tatsache, dass nicht nur ein großer Teil der arbeitswilligen Bevölkerung von dieser Wirtschaft nicht mehr gebraucht wird, sondern dass in der Spezialisierung der Anforderungen viele nicht mitkönnen. Trotzdem wird immer noch an das Bildungssystem die Frage gestellt, was denn die Wirtschaft braucht, welche Fertigkeiten in der Schule vermittelt werden sollen. Und es wird nicht gefragt: Was brauchen die Gemeinden, die Dörfer und Städte, die Verein verschiedenster Art? Sie benötigen Menschen mit ihren Fähigkeiten. Wer aber fragt nach den Fähigkeiten und Begabungen? Von wem, wie und wo werden sie gefördert? Am ehesten noch, wenn es um die Förderung von herausragenden Talenten geht. Dann gibt es „Begabtenförderung“! Und die anderen?

Komplementär zu digitalen Entwicklung unserer Zeit braucht es also Maßnahmen zur Stützung jener kommunalen Gemeinschaften, auf die es ankommt um menschliches Zusammenleben auch gut zu gestalten. Die Zellen einer Gesellschaft sind neben Familien und Hausgemeinschaften in erster Linie gemeinnützige Vereine und (Hilfs-)Organisationen, die das Leben in Dörfern und Städten wesentlich tragen. Sie sind vor allem auf Menschen angewiesen, die bereit sind sich einzubringen. Eine Entwicklung, die in Massenarbeitslosigkeit mündet, fördert die soziale Isolation und Motivationslosigkeit. Gleichzeitig bedeutet es eine ungeheure Verschwendung menschlicher Ressourcen in Form von Fähigkeiten, die nicht mehr zur Verfügung stehen oder sich ins Negative verkehren. Jeder Mensch, egal welchen Alters, Geschlechts, Bildung und sozialer Herkunft hat Begabungen und Fähigkeiten. Sie zu fördern und zu entwickeln ist ebenfalls Bildung. Und das sind die wichtigen und notwendigen Bausteine einer Gesellschaft.

Grundeinkommen — eine Alternative

Zu einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung des Digitaliserungsprozesses braucht es den Blick auf die Menschen: Ein Pflegeroboter mag manche lästige oder schwere Arbeit abnehmen, er mag aber nicht die menschliche Zuneigung ersetzen. Der Touchscreen bei McDonald, bei dem die Bestellung betätigt wird, gibt kein Lächeln zurück. Die rechtliche Beratung durch einen spracherkennenden Computer, der alle Gesetze und Urteile gespeichert hat und so in kürzester Zeit die kompetente Auskunft errechnet, vermag keine Anerkennung zu geben. Und die wohlige Nähe eines Freundes, der Halt durch eine Gemeinschaft und der liebende Blick des Nächsten ist unverzichtbar.

Die eigenen Fähigkeiten entwickeln und sie mit anderen teilen: das ist jene Definition von Arbeit, die auch neue Formen von Tätigkeiten ermöglicht. Unsere Begabungen sind das Fundament für eine sinnvolle Betätigung. Eine solche anderen zur Verfügung zu stellen ist das natürliche Bedürfnis eines Menschen. Jeder Verein profitiert davon. Und es ist das soziale Korrektiv innerhalb der Gemeinschaft, dass auch jene Arbeiten gemacht werden, die vielleicht weniger mit Freude verbunden, aber notwendig sind. Ganz im Gegenteil: Von der Nachbarschaftshilfe über Umweltarbeit bis zur Altenpflege würde gerne gesellschaftlich wichtige Arbeit getan. Die Frage, ob davon ein Einkommen erzielt werden kann ist sekundär, denn Arbeit und Einkommen sind nicht notwendig zusammenhängend. Auch heute wird einem Großteil unserer Bevölkerung Einkommen zugestanden ohne dass einer Erwerbsarbeit nachgegangen wird. Vielmehr nährt es die grundsätzliche These, dass eine Tätigkeitsgesellschaft dieser Art durch ein Grundeinkommen ermöglicht und gefördert wird.

Karl A. Immervoll
Folder "Sinnvoll tätig sein — Ein Grundeinkommensprojekt in Heidenreichstein"

Warum Grundeinkommen eine notwendige Alternative ist oder:

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Warum Grundeinkommen eine notwendige Alternative ist oder:
Die Neue Welt des Arbeitens und ihre Auswirkung auf das gesellschaftliche Zusammeneben

Die Ausgangslage

Unsere Gesellschaft steht vor der Schwelle der Digitalisierung der Arbeits- und damit auch der Lebenswelten der Menschen. Die Veränderungen werden die nächsten Generationen massiv betreffen. Unter dem Begriff 4.0 passiert eine Automatisierungswelle nach der anderen. In der Produktion werden Maschinen und Werkstücke vernetzt und Produktionsabläufe noch unabhängiger von menschlicher Arbeit. Das bedeutet einen massiven Verlust von Arbeitsplätzen. Gemäß der „Oxford-Studie“ (2013) sind in den nächsten 10 bis 20 Jahren in den USA 47% der Arbeitsplätze automatisierbar. Für Europa sind die Zahlen nicht wesentlich anders. Der sogenannte Arbeitsmarkt kann diese Entwicklung nicht mehr auffangen. Das Wirtschaftswachstum schafft schon längst keine zusätzliche Arbeit. Zwar steigt die Zahl der Beschäftigten stetig, zwischen 2010 und 2015 um 14,4%, die Anzahl der Arbeitsstunden im gleichen Zeitraum allerdings nur mehr um 0,6%. In Krisenregionen ist die Abnahme der Gesamtarbeitszeit massiv. Gleichzeitig entstehen neue Branchen und Berufe. Es geht also nicht nur um den Wegfall von Arbeitsplätzen, sondern auch um eine wesentliche Veränderung in der Qualität der Arbeit.

KonsumentInnen werden durch Einbeziehung in Wertschöpfungsprozesse und durch die Ausweitung der digitalen Selbstbedienung verstärkt als kostenlose Arbeitskräfte genutzt, von der Banküberweisung am Automaten bis zur Scannerkassa im personallosen Markt. Arbeit wird auch in die Haushalte verlegt. So werden T-Shirts selbst gestaltet und alle möglichen Geschäfte daheim erledigt.
Die Grenze zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit wird verwischt.

Die neue Generation von Betrieben

Das bedeutet für Betriebe und die dort tätigen Menschen eine unglaublich Entwicklung:

  1. Die Struktur der Betriebe ist immer mehr von komplexen Systemen geprägt. 70% der Betriebe lagern Arbeit aus, es bilden sich Cluster. Grenzen lösen sich auf, Ansiedeln und Absiedeln von Arbeit oder ganzer Betriebe wird noch leichter. Gezielte Rationalisierungsprozesse bewirken stärkere Ortsunabhängikeit von Arbeit und sie nutzen Digitalisierung und elektronische Vernetzung für eine neue geografische Verteilung der Arbeit.

  2. Die Arbeitsverhältnisse werden flexibler, immer mehr Teilzeit- statt Vollzeitarbeitsplätze, aber auch unterschiedliche Arbeitszeiten und Orte (Permajobmodelle). Während die Zahl der Arbeitsplätze steigt, nimmt das Volumen der Arbeitsstunden nicht mehr zu.

  3. Organisationsstrukturen lösen sich auf: Statt einer Hierarchie gibt es Netzwerke und Projektorganisationen. Es entstehen neue Geschäftsmodelle und damit eine Abkehr von der traditionellen Organisation ganzer Branchen. Es bilden sich Internetplattformen, die selbstständige Arbeit ausweiten. Aufgaben werden an eine offene Zahl von InternetnutzerInnen und InteressentInnen ausgeschrieben (Crowdsourcing).

  4. Arbeitsformen werden stets flexibler, das heißt Arbeit entwickelt sich weg vom Ort! Sie kann irgendwo und irgendwann passieren. In vielen Fällen gibt es nicht mehr die Begegnung von Angesicht zu Angesicht, sondern (auch) weltweit vernetzt durch digitale Formen.

  5. So verändern sich Arbeitsstile: in allen Generationen steigt die digitale Kompetenz. Die Qualität der Arbeit hat gegensätzliche Entwicklungstendenzen. Einerseits erhalten qualifizierte Beschäftigte mehr Gestaltungsspielraum und Selbstverantwortung unter gleichzeitiger Steigerung des Verlangens nach dem Erreichen höher gesteckter Ziele. Andererseits kommt es durch die Digitalisierung zu einem „Taylorismus 4.0“. Arbeit wird vereinfacht, abgewertet und stärker fremdgesteuert und überwacht.

  6. Die Anforderungen an Bildung und Flexibilität für die im Arbeitsprozess stehenden steigt enorm.

Die Antwort ist eine politische und keine technische Frage!

Die Auswirkungen sind abhängig von der Entwicklung in Wirtschaft und öffentlichem Sektor: wie wird entgegengesteuert?

  • Das heißt: Wie ist die Verteilung des Reichtums (weltweit)?

  • Wird menschliche Arbeit auch weiterhin besteuert während die Anschaffung von Technologie als Investition abgeschrieben werden kann?

  • Wie entwickelt sich die Kaufkraft jener Menschen, die zu den VerliererInnen des Systems werden? Zum Beispiel MindestsicherungsbezieherInnen – und nicht nur sie - kaufen vermehrt über Internet und nicht mehr lokal.

Das Problem „Daten“

  1. Derzeit verdoppelt sich das weltweit verfügbare Wissen all fünf Jahre, aber nur etwa die Hälfte dessen bleibt länger als eben diese Zeit aktuell. Alle eineinhalb Jahre verdoppelt sich die Rechenleistung von Computern, alle drei Jahre die weltweit gespeicherten Daten. Diese lassen sich rasch und kostengünstig vernetzen. Arbeitsprozesse werden damit zunehmend von Softwareprogrammen erledigt. Hochqualifizierte SachberarbeiterInnen werden überflüssig. Die EU-Kommission prognostiziert, dass in etwa 10 Jahren rund 80% der heute angewandten Technologien ersetzt werden.

  2. • Während Steuern und Abgaben derzeit ausschließlich nationalstaatlich geregelt sind, wird die Wirtschaftsleistung zum überwiegenden Teil international erbracht.
    • Durch die weltweiten Aktivitäten im Anbieten von Arbeitsleistungen werden arbeitsrechtliche Regelungen neuer Art notwendig. Es gibt auf dieser Ebene aber keinen verbindlichen Arbeitnehmerschutz und keine Mindestlöhne.
    • Die Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in Verlierer und Gewinner. Besonders Jugendliche sind betroffen. In den Ländern Südeuropas beträgt die Jugendarbeitslosigkeit um die 50% - trotz massiver Auswanderung.
    • Die Digitalisierung ermöglicht totale Kontrolle. Das beeinflusst unsere Lebensgewohnheiten. Daher braucht es auch hier Schutzbestimmungen.

Der Einfluss auf Gemeinden und Vereine

Die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf Kommunen sind nachhaltig negativ: In den Betrieben wird Gemeinschaft nicht mehr gelebt, die Teilnahme am Betriebsgeschehen richtet sich nach der Teamfähigkeit im Sinne der Funktionalität des Geschehens. Betriebe sind ortsungebundener, Menschen siedeln weiter in Richtung Städte und ihre Umgebungen. Dort wohnen die Leute, aber sie nehmen häufig nicht mehr am Leben der Städte und Dörfer teil. Das ist nicht nur eine Sache des Interesses, sondern auch der Möglichkeiten: Arbeitszeiten, Pendelwege, stetige Bereitschaft und so weiter.

Die Anforderung an das Bildungssystem

Es ist eine Tatsache, dass nicht nur ein großer Teil der arbeitswilligen Bevölkerung von dieser Wirtschaft nicht mehr gebraucht wird, sondern dass in der Spezialisierung der Anforderungen viele nicht mitkönnen. Trotzdem wird immer noch an das Bildungssystem die Frage gestellt, was denn die Wirtschaft braucht, welche Fertigkeiten in der Schule vermittelt werden sollen. Und es wird nicht gefragt: Was brauchen die Gemeinden, die Dörfer und Städte, die Verein verschiedenster Art? Sie benötigen Menschen mit ihren Fähigkeiten. Wer aber fragt nach den Fähigkeiten und Begabungen? Von wem, wie und wo werden sie gefördert? Am ehesten noch, wenn es um die Förderung von herausragenden Talenten geht. Dann gibt es „Begabtenförderung“! Und die anderen?

Komplementär zu digitalen Entwicklung unserer Zeit braucht es also Maßnahmen zur Stützung jener kommunalen Gemeinschaften, auf die es ankommt um menschliches Zusammenleben auch gut zu gestalten. Die Zellen einer Gesellschaft sind neben Familien und Hausgemeinschaften in erster Linie gemeinnützige Vereine und (Hilfs-)Organisationen, die das Leben in Dörfern und Städten wesentlich tragen. Sie sind vor allem auf Menschen angewiesen, die bereit sind sich einzubringen. Eine Entwicklung, die in Massenarbeitslosigkeit mündet, fördert die soziale Isolation und Motivationslosigkeit. Gleichzeitig bedeutet es eine ungeheure Verschwendung menschlicher Ressourcen in Form von Fähigkeiten, die nicht mehr zur Verfügung stehen oder sich ins Negative verkehren. Jeder Mensch, egal welchen Alters, Geschlechts, Bildung und sozialer Herkunft hat Begabungen und Fähigkeiten. Sie zu fördern und zu entwickeln ist ebenfalls Bildung. Und das sind die wichtigen und notwendigen Bausteine einer Gesellschaft.

Grundeinkommen — eine Alternative

Zu einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung des Digitaliserungsprozesses braucht es den Blick auf die Menschen: Ein Pflegeroboter mag manche lästige oder schwere Arbeit abnehmen, er mag aber nicht die menschliche Zuneigung ersetzen. Der Touchscreen bei McDonald, bei dem die Bestellung betätigt wird, gibt kein Lächeln zurück. Die rechtliche Beratung durch einen spracherkennenden Computer, der alle Gesetze und Urteile gespeichert hat und so in kürzester Zeit die kompetente Auskunft errechnet, vermag keine Anerkennung zu geben. Und die wohlige Nähe eines Freundes, der Halt durch eine Gemeinschaft und der liebende Blick des Nächsten ist unverzichtbar.

Die eigenen Fähigkeiten entwickeln und sie mit anderen teilen: das ist jene Definition von Arbeit, die auch neue Formen von Tätigkeiten ermöglicht. Unsere Begabungen sind das Fundament für eine sinnvolle Betätigung. Eine solche anderen zur Verfügung zu stellen ist das natürliche Bedürfnis eines Menschen. Jeder Verein profitiert davon. Und es ist das soziale Korrektiv innerhalb der Gemeinschaft, dass auch jene Arbeiten gemacht werden, die vielleicht weniger mit Freude verbunden, aber notwendig sind. Ganz im Gegenteil: Von der Nachbarschaftshilfe über Umweltarbeit bis zur Altenpflege würde gerne gesellschaftlich wichtige Arbeit getan. Die Frage, ob davon ein Einkommen erzielt werden kann ist sekundär, denn Arbeit und Einkommen sind nicht notwendig zusammenhängend. Auch heute wird einem Großteil unserer Bevölkerung Einkommen zugestanden ohne dass einer Erwerbsarbeit nachgegangen wird. Vielmehr nährt es die grundsätzliche These, dass eine Tätigkeitsgesellschaft dieser Art durch ein Grundeinkommen ermöglicht und gefördert wird.

Karl A. Immervoll

Warum Grundeinkommen eine notwendige Alternative ist oder:

Folder "Sinnvoll tätig sein — Ein Grundeinkommensprojekt in Heidenreichstein"

Warum Grundeinkommen eine notwendige Alternative ist oder:
Die Neue Welt des Arbeitens und ihre Auswirkung auf das gesellschaftliche Zusammeneben

Die Ausgangslage

Unsere Gesellschaft steht vor der Schwelle der Digitalisierung der Arbeits- und damit auch der Lebenswelten der Menschen. Die Veränderungen werden die nächsten Generationen massiv betreffen. Unter dem Begriff 4.0 passiert eine Automatisierungswelle nach der anderen. In der Produktion werden Maschinen und Werkstücke vernetzt und Produktionsabläufe noch unabhängiger von menschlicher Arbeit. Das bedeutet einen massiven Verlust von Arbeitsplätzen. Gemäß der „Oxford-Studie“ (2013) sind in den nächsten 10 bis 20 Jahren in den USA 47% der Arbeitsplätze automatisierbar. Für Europa sind die Zahlen nicht wesentlich anders. Der sogenannte Arbeitsmarkt kann diese Entwicklung nicht mehr auffangen. Das Wirtschaftswachstum schafft schon längst keine zusätzliche Arbeit. Zwar steigt die Zahl der Beschäftigten stetig, zwischen 2010 und 2015 um 14,4%, die Anzahl der Arbeitsstunden im gleichen Zeitraum allerdings nur mehr um 0,6%. In Krisenregionen ist die Abnahme der Gesamtarbeitszeit massiv. Gleichzeitig entstehen neue Branchen und Berufe. Es geht also nicht nur um den Wegfall von Arbeitsplätzen, sondern auch um eine wesentliche Veränderung in der Qualität der Arbeit.

KonsumentInnen werden durch Einbeziehung in Wertschöpfungsprozesse und durch die Ausweitung der digitalen Selbstbedienung verstärkt als kostenlose Arbeitskräfte genutzt, von der Banküberweisung am Automaten bis zur Scannerkassa im personallosen Markt. Arbeit wird auch in die Haushalte verlegt. So werden T-Shirts selbst gestaltet und alle möglichen Geschäfte daheim erledigt.
Die Grenze zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit wird verwischt.

Die neue Generation von Betrieben

Das bedeutet für Betriebe und die dort tätigen Menschen eine unglaublich Entwicklung:

  1. Die Struktur der Betriebe ist immer mehr von komplexen Systemen geprägt. 70% der Betriebe lagern Arbeit aus, es bilden sich Cluster. Grenzen lösen sich auf, Ansiedeln und Absiedeln von Arbeit oder ganzer Betriebe wird noch leichter. Gezielte Rationalisierungsprozesse bewirken stärkere Ortsunabhängikeit von Arbeit und sie nutzen Digitalisierung und elektronische Vernetzung für eine neue geografische Verteilung der Arbeit.

  2. Die Arbeitsverhältnisse werden flexibler, immer mehr Teilzeit- statt Vollzeitarbeitsplätze, aber auch unterschiedliche Arbeitszeiten und Orte (Permajobmodelle). Während die Zahl der Arbeitsplätze steigt, nimmt das Volumen der Arbeitsstunden nicht mehr zu.

  3. Organisationsstrukturen lösen sich auf: Statt einer Hierarchie gibt es Netzwerke und Projektorganisationen. Es entstehen neue Geschäftsmodelle und damit eine Abkehr von der traditionellen Organisation ganzer Branchen. Es bilden sich Internetplattformen, die selbstständige Arbeit ausweiten. Aufgaben werden an eine offene Zahl von InternetnutzerInnen und InteressentInnen ausgeschrieben (Crowdsourcing).

  4. Arbeitsformen werden stets flexibler, das heißt Arbeit entwickelt sich weg vom Ort! Sie kann irgendwo und irgendwann passieren. In vielen Fällen gibt es nicht mehr die Begegnung von Angesicht zu Angesicht, sondern (auch) weltweit vernetzt durch digitale Formen.

  5. So verändern sich Arbeitsstile: in allen Generationen steigt die digitale Kompetenz. Die Qualität der Arbeit hat gegensätzliche Entwicklungstendenzen. Einerseits erhalten qualifizierte Beschäftigte mehr Gestaltungsspielraum und Selbstverantwortung unter gleichzeitiger Steigerung des Verlangens nach dem Erreichen höher gesteckter Ziele. Andererseits kommt es durch die Digitalisierung zu einem „Taylorismus 4.0“. Arbeit wird vereinfacht, abgewertet und stärker fremdgesteuert und überwacht.

  6. Die Anforderungen an Bildung und Flexibilität für die im Arbeitsprozess stehenden steigt enorm.

Die Antwort ist eine politische und keine technische Frage!

Die Auswirkungen sind abhängig von der Entwicklung in Wirtschaft und öffentlichem Sektor: wie wird entgegengesteuert?

  • Das heißt: Wie ist die Verteilung des Reichtums (weltweit)?

  • Wird menschliche Arbeit auch weiterhin besteuert während die Anschaffung von Technologie als Investition abgeschrieben werden kann?

  • Wie entwickelt sich die Kaufkraft jener Menschen, die zu den VerliererInnen des Systems werden? Zum Beispiel MindestsicherungsbezieherInnen – und nicht nur sie - kaufen vermehrt über Internet und nicht mehr lokal.

Das Problem „Daten“

  1. Derzeit verdoppelt sich das weltweit verfügbare Wissen all fünf Jahre, aber nur etwa die Hälfte dessen bleibt länger als eben diese Zeit aktuell. Alle eineinhalb Jahre verdoppelt sich die Rechenleistung von Computern, alle drei Jahre die weltweit gespeicherten Daten. Diese lassen sich rasch und kostengünstig vernetzen. Arbeitsprozesse werden damit zunehmend von Softwareprogrammen erledigt. Hochqualifizierte SachberarbeiterInnen werden überflüssig. Die EU-Kommission prognostiziert, dass in etwa 10 Jahren rund 80% der heute angewandten Technologien ersetzt werden.

  2. • Während Steuern und Abgaben derzeit ausschließlich nationalstaatlich geregelt sind, wird die Wirtschaftsleistung zum überwiegenden Teil international erbracht.
    • Durch die weltweiten Aktivitäten im Anbieten von Arbeitsleistungen werden arbeitsrechtliche Regelungen neuer Art notwendig. Es gibt auf dieser Ebene aber keinen verbindlichen Arbeitnehmerschutz und keine Mindestlöhne.
    • Die Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in Verlierer und Gewinner. Besonders Jugendliche sind betroffen. In den Ländern Südeuropas beträgt die Jugendarbeitslosigkeit um die 50% - trotz massiver Auswanderung.
    • Die Digitalisierung ermöglicht totale Kontrolle. Das beeinflusst unsere Lebensgewohnheiten. Daher braucht es auch hier Schutzbestimmungen.

Der Einfluss auf Gemeinden und Vereine

Die Auswirkungen dieser Entwicklungen auf Kommunen sind nachhaltig negativ: In den Betrieben wird Gemeinschaft nicht mehr gelebt, die Teilnahme am Betriebsgeschehen richtet sich nach der Teamfähigkeit im Sinne der Funktionalität des Geschehens. Betriebe sind ortsungebundener, Menschen siedeln weiter in Richtung Städte und ihre Umgebungen. Dort wohnen die Leute, aber sie nehmen häufig nicht mehr am Leben der Städte und Dörfer teil. Das ist nicht nur eine Sache des Interesses, sondern auch der Möglichkeiten: Arbeitszeiten, Pendelwege, stetige Bereitschaft und so weiter.

Die Anforderung an das Bildungssystem

Es ist eine Tatsache, dass nicht nur ein großer Teil der arbeitswilligen Bevölkerung von dieser Wirtschaft nicht mehr gebraucht wird, sondern dass in der Spezialisierung der Anforderungen viele nicht mitkönnen. Trotzdem wird immer noch an das Bildungssystem die Frage gestellt, was denn die Wirtschaft braucht, welche Fertigkeiten in der Schule vermittelt werden sollen. Und es wird nicht gefragt: Was brauchen die Gemeinden, die Dörfer und Städte, die Verein verschiedenster Art? Sie benötigen Menschen mit ihren Fähigkeiten. Wer aber fragt nach den Fähigkeiten und Begabungen? Von wem, wie und wo werden sie gefördert? Am ehesten noch, wenn es um die Förderung von herausragenden Talenten geht. Dann gibt es „Begabtenförderung“! Und die anderen?

Komplementär zu digitalen Entwicklung unserer Zeit braucht es also Maßnahmen zur Stützung jener kommunalen Gemeinschaften, auf die es ankommt um menschliches Zusammenleben auch gut zu gestalten. Die Zellen einer Gesellschaft sind neben Familien und Hausgemeinschaften in erster Linie gemeinnützige Vereine und (Hilfs-)Organisationen, die das Leben in Dörfern und Städten wesentlich tragen. Sie sind vor allem auf Menschen angewiesen, die bereit sind sich einzubringen. Eine Entwicklung, die in Massenarbeitslosigkeit mündet, fördert die soziale Isolation und Motivationslosigkeit. Gleichzeitig bedeutet es eine ungeheure Verschwendung menschlicher Ressourcen in Form von Fähigkeiten, die nicht mehr zur Verfügung stehen oder sich ins Negative verkehren. Jeder Mensch, egal welchen Alters, Geschlechts, Bildung und sozialer Herkunft hat Begabungen und Fähigkeiten. Sie zu fördern und zu entwickeln ist ebenfalls Bildung. Und das sind die wichtigen und notwendigen Bausteine einer Gesellschaft.

Grundeinkommen — eine Alternative

Zu einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung des Digitaliserungsprozesses braucht es den Blick auf die Menschen: Ein Pflegeroboter mag manche lästige oder schwere Arbeit abnehmen, er mag aber nicht die menschliche Zuneigung ersetzen. Der Touchscreen bei McDonald, bei dem die Bestellung betätigt wird, gibt kein Lächeln zurück. Die rechtliche Beratung durch einen spracherkennenden Computer, der alle Gesetze und Urteile gespeichert hat und so in kürzester Zeit die kompetente Auskunft errechnet, vermag keine Anerkennung zu geben. Und die wohlige Nähe eines Freundes, der Halt durch eine Gemeinschaft und der liebende Blick des Nächsten ist unverzichtbar.

Die eigenen Fähigkeiten entwickeln und sie mit anderen teilen: das ist jene Definition von Arbeit, die auch neue Formen von Tätigkeiten ermöglicht. Unsere Begabungen sind das Fundament für eine sinnvolle Betätigung. Eine solche anderen zur Verfügung zu stellen ist das natürliche Bedürfnis eines Menschen. Jeder Verein profitiert davon. Und es ist das soziale Korrektiv innerhalb der Gemeinschaft, dass auch jene Arbeiten gemacht werden, die vielleicht weniger mit Freude verbunden, aber notwendig sind. Ganz im Gegenteil: Von der Nachbarschaftshilfe über Umweltarbeit bis zur Altenpflege würde gerne gesellschaftlich wichtige Arbeit getan. Die Frage, ob davon ein Einkommen erzielt werden kann ist sekundär, denn Arbeit und Einkommen sind nicht notwendig zusammenhängend. Auch heute wird einem Großteil unserer Bevölkerung Einkommen zugestanden ohne dass einer Erwerbsarbeit nachgegangen wird. Vielmehr nährt es die grundsätzliche These, dass eine Tätigkeitsgesellschaft dieser Art durch ein Grundeinkommen ermöglicht und gefördert wird.

Karl A. Immervoll

Leben

Gemeinsam stellen wir uns Herausforderungen um gutes Leben zu ermöglichen

  • Die Waldviertler Regionalwährung soll der Abwanderung des Geldes entgegenwirken und regionale Kreisläufe fördern.
    http://www.waldviertler-regional.at/
  • Der Regionalmarkt
    http://veranstaltungen.waldviertel.at/Event/89310/Regionalmarkt-Heidenreichstein
  • Das Solartaxi
    http://www.waldviertler-regional.at/index.php?cont=80
  • Wöchentliche Lernhilfe für Kinder
    Mittwoch, 16:00 - 17:00 Uhr, während der Schulzeiten, für Volksschule, Mittelschule und Gymnasium Unterstufe
  • Sprachkurse für Erwachsene
    Deutschkurs für fremdsprachige Menschen
    Dienstag, 9:00 - 10:30 Uhr, Volksschule Heidenreichstein, Schulgasse 2, 3860 Heidenreichstein
  • Kontakte und Kooperationen nach Tschechien
    • Internationale Waldviertler Orgelwoche - Internationaler Orgel-Kurs mit Orgelstunden, Gesang und Theorie für anfangende und fortgeschrittene Teilnehmer aus ganz Europa
    • Förderung und Pflegen von Kontakten zwischen der Tagesstätte Zuversicht (Heidenreichstein) und  des Zentrums für Förderung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen Domov sv. Anezky (Týn nad Vltavou)
      Aus dieser Beziehung entstammt der untraditionelle Reiseführer  "Auf dem gemeinsamen Weg" - Beschreibung einer ca. 100 km langen Pilger-Wanderung zwischen dem österreichischen Heidenreichstein und dem tschechischen Tyn nad Vltavou, mit Erinnerungen, Gedanken, Gespräche, und Wegbeschreibung- erhältlich auf Deutsch und Tschechisch bei uns in der Betriebsseelsorge!
      Menschen mit und ohne Behinderungen haben sich auf einenn gemeinsamen Weg gemacht, der durch die Tradition des Jakobsweges veranlasst wurde.
    • LIMES  Leben-Arbeit-Kultur beiderseits der Grenzen 2002 – 2005
      Ein Projekt zur besseren ganzheitlichen Verständigung in der Region Oberes Waldviertel Südböhmen
      Tschechischkurse, Betriebsbesuche, Veranstaltungen zur Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte, österreichisch-tschechisches Radprojekt, Kontakte zu Betrieben beiderseits der Grenze, Orgelveranstaltungen, Orgelrenovierungen in Ceske Velenice und Suchdol trugen zur besseren Verständigung und Abbau der Grenzen in den Köpfen der Menschen bei.
  • Erwachsenenbildung für MitarbeiterInnen aus Sozialprojekten
    Auffrischen der Grundkenntnisse in Deutsch und Mathematik
  • Kultur: Konzerte, Internationale Waldviertler Orgelwoche, Lesungen, Ausstellungen

Glaube

Wir glauben an einen Gott des Friedens und der Gerechtigkeit

  • Gruppen (Frauenrunden, Männerrunden, Mutter-Kind-Runden, KAB Runde Hoheneich, Treffen für Arbeitssuchende) in denen vom Leben die Rede ist
  • Liturgien (Erntedank, Gottesdienst zum 1. Mai,…)
  • Herbergssuche am 8. Dezember
  • Bibelcafe
  • Dialog mit anderen Konfessionen und Religionen

Aktuelles - Glaube

Papst Leo Preis 2015

Papst Leo Preis 2015

Karl A. Immervoll erhielt den Papst Leo Preis 2015 für besondere Verdienste um die Kath. Soziallehre

Laudatio zum Papst Leo Preis

Exzellenz! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herrn!

Der Theologe Matthew Fox hat es einmal so beschrieben: „Arbeit ist, die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln und sie mit anderen zu teilen.“ Nach dieser Maxime hat Karl Anton Immervoll sein Leben ausgerichtet. Er begegnet Menschen auf Augenhöhe, ohne vorher auszusortieren:

  • Sind sie mir sympathisch?
  • Dienen sie meiner Karriere?
  • Haben sie gleiche Interessen?
  • Profitiere ich von ihnen?
  • Sind sie gesellschaftlich anerkannt oder unterhaltsam?

Wo immer Probleme im sozialen und gesellschaftlichen Bereich auftauchen, war und ist Karl Immervoll eine erste Anlaufstelle in der Region Oberes Waldviertel, und das schon seit über 30 Jahren. Kein Wunder – er kennt die Menschen mit ihren Sorgen und Nöten und die Menschen kennen ihn. Vor allem jene Menschen, denen es schwer fällt, sich selbst zu helfen oder sich durchzusetzen. Denen nichts in die Wiege gelegt wurde, von dem sie zehren können. Die in einem Umland wohnen, das von Abwanderung gekennzeichnet ist. Das viele Jahre durch den Eisernen Vorhang wirtschaftlich abgeschirmt war. Besonders steht Immervoll unermüdlich auf der Seite der Schwachen und Ausgegrenzten, aber auch derjenigen, die mit dem gesellschaftlichen Wandel nicht mehr Schritt halten können.

Um Antworten auf soziale Fragen und regionale Problemstellungen zu finden, hat er eine Vielzahl an Projekten und Initiativen gestartet, mit viel Kreativität und immer unter Einbeziehung der Betroffenen.

Einige davon seien mir gestattet anzuführen:

die Mitwirkung bei der Gründung der Heidenreichsteiner Textilwaren GesmbH in Selbstverwaltung, die heute privat geführt wird; die Gründung der Schuhwerkstatt Schrems in Selbstverwaltung, die nunmehr unter Heini Staudinger erfolgreich als GEA firmiert; die Durchführung von Frauenkursen im Bahnhof Heidenreichstein – es waren dies die ersten Berufsorientierungskurse in NÖ; die Gründung der Emailwerkstatt Langegg in Selbstverwaltung, die heute von der Emmaus-Gemeinschaft St. Pölten geführt wird; die Gründung der Greißlerei Heidenreichstein als Direktvermarktungseinrichtung im Zusammenwirken von Bauern, Konsumenten und Beschäftigten; und gemeinsam mit dem Redemptoristen-Kollegium die Gründung der Lehrlingsstiftung Eggenburg. Zu Beginn gab es drei BetreuerInnen und 15 Lehrlinge, heute sind es 25 BetreuerInnen und 70 bis 80 Jugendliche.

Erwähnenswert ist weiters die Gründung der ökologischen Putzagentur Groß Siegharts, ebenfalls in Selbstverwaltung, die nach drei Jahren, allerdings ohne Verlust, wieder geschlossen wurde; das Kinderhaus Heidenreichstein – das später von der Volkshilfe übernommen wurde; sowie die Gründung der „Heidenreichsteiner Arche“ als Anlaufstelle für Menschen ohne Erwerbsarbeit.
Besondere Aufmerksamkeit erregte die gemeinsam mit Heini Staudinger erfolgte Gründung der Waldviertler Regionalwährung, dem sogenannten „Waldviertler“, eine Initiative, über die auch im Fernsehen als beispielgebend berichtet wurde.
Nicht unerwähnt bleiben sollen die grenzüberschreitenden Projekte zwischen Österreich und Tschechien und zuletzt die Initiierung des Projekts „Solartaxi Heidenreichstein“.

Zwei seiner Projekte, die Schuhwerkstatt Schrems und die Lehrlingsstiftung Eggenburg, wurden bereits vor längerem mit dem Papst-Leo-Preis ausgezeichnet. – Heute steht Karl Immervoll selbst im Rampenlicht – obwohl er das gar nicht so gerne mag. – Wenn über ihn und sein Leben gesprochen wird, dann ist es ihm lieber, es werden jene Personen erwähnt, die ihn befähigt haben, anderen zu helfen.

Da fällt ihm sein Philosophieprofessor Augustinus Wucherer-Huldenfeld ein, ein Geraser Chorherr, der ihn auf der Universität gelehrt hat, gesellschaftliche Entwicklungen, soziale Spannungen und politische Lösungsmodelle immer zu hinterfragen. Vorschnelle Entscheidungen können sonst sehr leicht in die Irre führen.
Oder der Steuerberater und Freund seines Vaters Ernst Garhofer, der stunden- und tagelang bei ihm gesessen ist, um ihm zu helfen, nach dem plötzlichen Tod seines Vaters das elterliche Geschäft zu führen. Von ihm hat er die Grundlagen der Betriebswirtschaft gelernt, was ihm bis heute bei Projektgründungen zugute kommt.
Seiner Mutter, so sagt er, wäre es lieber gewesen, wenn er an der Uni geblieben wäre oder sonst wo Karriere gemacht hätte. Er aber hat sich anders entschieden.
Und wenn ihn jemand fragt, woher hast du die vielen Ideen, dann antwortet er stets: das sind nicht meine Ideen, ich verwirkliche nur, was mir in Menschen begegnet, und das gemeinsam mit Betroffenen. Menschen, denen ich begegnet bin in Betrieben und Projekten, aber auch in den Runden. Sie waren und sind meine wirklichen Ausbildner und Ausbildnerinnen.

Ein kurzer Blick auf den bisherigen Lebensweg von Karl Anton Immervoll erleichtert es, manche seiner Handlungen und Initiativen leichter nachvollziehen zu können. Er wurde am 7. August 1955 in Heidenreichstein geboren, begeht also demnächst seinen 60. Geburtstag.
Seine Gattin Ulli schenkte ihm drei Kinder – Thomas, Jakob und Therese –, die ihn inzwischen zum Großvater gemacht haben. Seine Eltern hatten ein kleines Textilwarengeschäft, das er nach dem unerwarteten Ableben seines Vaters 1979 kurzfristig gemeinsam mit seiner Mutter übernehmen musste.

Nach bestandener Matura, die er 1973 in Waidhofen/Thaya ablegte, studierte er Religionspädagogik, kombiniert mit Mathematik und theoretischer Astronomie, an der Universität Wien. Im Oktober 1977 trat er in den kirchlichen Dienst ein, zunächst als
Jugendleiter im Dekanat Heidenreichstein. Nebenbei studierte er jedoch weiter Fachtheologie an der Universität Wien, absolvierte aber auch eine Lehre als Schuhmacher, die er 1992 abschloss und 1993 durch eine Lehrlingsausbildner-Prüfung ergänzte. Bereits in den frühen 70er Jahren besuchte er die Kirchenmusikschule und studierte von 1992–1999 Orgel am Kirchenmusik-Konservatorium in St. Pölten. In den 80er Jahren absolvierte er verschiedene Aus- und Weiterbildungen im Beratungs- und Therapiebereich, in den Jahren 2004 und 2005 besuchte er an der Universität Budweis Vorlesungen zum Thema Wirtschaftsraum TschechienÖsterreich. In dieser Zeit erlernte er auch die tschechische Sprache, was ihm nach Öffnung des Eisernen Vorhanges bei diversen grenzüberschreitenden Projekten zugute kam.
Seit 1983 ist er Betriebsseelsorger für das obere Waldviertel, hat aber auch lange Jahre an verschiedenen Höheren und Berufsbildenden Schulen unterrichtet. Seit 1998 ist er Musiklehrer an der Musikschule in Heidenreichstein mit Schwerpunkt Musik im sozialen Bereich. Das umfasst die musikalische Betreuung von Menschen mit Behinderungen ebenso wie ein entwicklungsförderndes Musizieren.
Vor 22 Jahren rief er die Internationale Waldviertler Orgelwoche ins Leben, die nach wie vor auf Interesse stößt. – Außerdem organisiert er die „Kunst am Aschermittwoch“ und Orgelkonzerte im Sommer.

1995 erhielt er aber auch einen Lehrauftrag am Seminar für kirchliche Berufe in der Berufsbegleitenden Ausbildung, den er bis heute ausübt.

Anfang der 80er Jahre fungierte er als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Katholische Jugend Österreichs, später als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Arbeitnehmer- und Betriebspastoral Österreichs. Von 2002 bis 2012 vertrat er als Betriebsrat die Interessen der Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten der Diözese St. Pölten. Und darüber hinaus war er in vielen Bereichen bereit, Aufgaben ehrenamtlich zu übernehmen.

Soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde und ein gesellschaftliches Miteinander, das niemand ausklammert und für jeden eine abgesicherte Existenz ermöglicht – dafür ist Immervoll immer eingetreten, obwohl das für ihn sicher nicht der einfachere Weg war und auch seiner Familie Verständnis abverlangte.
Prinzipien, denen sich auch die Katholische Soziallehre verbunden fühlt.

Es war daher höchst an der Zeit, ihm mit dem Papst-Leo-Preis öffentlich zu danken. Möge die heutige Ehrung aber auch zum Ausdruck bringen, dass Katholische Soziallehre nur durch Menschen wie Karl Immervoll lebendig bleibt.

Papst Leo Preis 2015

Karl A. Immervoll erhielt den Papst Leo Preis 2015 für besondere Verdienste um die Kath. Soziallehre

Laudatio zum Papst Leo Preis

Exzellenz! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herrn!

Der Theologe Matthew Fox hat es einmal so beschrieben: „Arbeit ist, die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln und sie mit anderen zu teilen.“ Nach dieser Maxime hat Karl Anton Immervoll sein Leben ausgerichtet. Er begegnet Menschen auf Augenhöhe, ohne vorher auszusortieren:

  • Sind sie mir sympathisch?
  • Dienen sie meiner Karriere?
  • Haben sie gleiche Interessen?
  • Profitiere ich von ihnen?
  • Sind sie gesellschaftlich anerkannt oder unterhaltsam?

Wo immer Probleme im sozialen und gesellschaftlichen Bereich auftauchen, war und ist Karl Immervoll eine erste Anlaufstelle in der Region Oberes Waldviertel, und das schon seit über 30 Jahren. Kein Wunder – er kennt die Menschen mit ihren Sorgen und Nöten und die Menschen kennen ihn. Vor allem jene Menschen, denen es schwer fällt, sich selbst zu helfen oder sich durchzusetzen. Denen nichts in die Wiege gelegt wurde, von dem sie zehren können. Die in einem Umland wohnen, das von Abwanderung gekennzeichnet ist. Das viele Jahre durch den Eisernen Vorhang wirtschaftlich abgeschirmt war. Besonders steht Immervoll unermüdlich auf der Seite der Schwachen und Ausgegrenzten, aber auch derjenigen, die mit dem gesellschaftlichen Wandel nicht mehr Schritt halten können.

Um Antworten auf soziale Fragen und regionale Problemstellungen zu finden, hat er eine Vielzahl an Projekten und Initiativen gestartet, mit viel Kreativität und immer unter Einbeziehung der Betroffenen.

Einige davon seien mir gestattet anzuführen:

die Mitwirkung bei der Gründung der Heidenreichsteiner Textilwaren GesmbH in Selbstverwaltung, die heute privat geführt wird; die Gründung der Schuhwerkstatt Schrems in Selbstverwaltung, die nunmehr unter Heini Staudinger erfolgreich als GEA firmiert; die Durchführung von Frauenkursen im Bahnhof Heidenreichstein – es waren dies die ersten Berufsorientierungskurse in NÖ; die Gründung der Emailwerkstatt Langegg in Selbstverwaltung, die heute von der Emmaus-Gemeinschaft St. Pölten geführt wird; die Gründung der Greißlerei Heidenreichstein als Direktvermarktungseinrichtung im Zusammenwirken von Bauern, Konsumenten und Beschäftigten; und gemeinsam mit dem Redemptoristen-Kollegium die Gründung der Lehrlingsstiftung Eggenburg. Zu Beginn gab es drei BetreuerInnen und 15 Lehrlinge, heute sind es 25 BetreuerInnen und 70 bis 80 Jugendliche.

Erwähnenswert ist weiters die Gründung der ökologischen Putzagentur Groß Siegharts, ebenfalls in Selbstverwaltung, die nach drei Jahren, allerdings ohne Verlust, wieder geschlossen wurde; das Kinderhaus Heidenreichstein – das später von der Volkshilfe übernommen wurde; sowie die Gründung der „Heidenreichsteiner Arche“ als Anlaufstelle für Menschen ohne Erwerbsarbeit.
Besondere Aufmerksamkeit erregte die gemeinsam mit Heini Staudinger erfolgte Gründung der Waldviertler Regionalwährung, dem sogenannten „Waldviertler“, eine Initiative, über die auch im Fernsehen als beispielgebend berichtet wurde.
Nicht unerwähnt bleiben sollen die grenzüberschreitenden Projekte zwischen Österreich und Tschechien und zuletzt die Initiierung des Projekts „Solartaxi Heidenreichstein“.

Zwei seiner Projekte, die Schuhwerkstatt Schrems und die Lehrlingsstiftung Eggenburg, wurden bereits vor längerem mit dem Papst-Leo-Preis ausgezeichnet. – Heute steht Karl Immervoll selbst im Rampenlicht – obwohl er das gar nicht so gerne mag. – Wenn über ihn und sein Leben gesprochen wird, dann ist es ihm lieber, es werden jene Personen erwähnt, die ihn befähigt haben, anderen zu helfen.

Da fällt ihm sein Philosophieprofessor Augustinus Wucherer-Huldenfeld ein, ein Geraser Chorherr, der ihn auf der Universität gelehrt hat, gesellschaftliche Entwicklungen, soziale Spannungen und politische Lösungsmodelle immer zu hinterfragen. Vorschnelle Entscheidungen können sonst sehr leicht in die Irre führen.
Oder der Steuerberater und Freund seines Vaters Ernst Garhofer, der stunden- und tagelang bei ihm gesessen ist, um ihm zu helfen, nach dem plötzlichen Tod seines Vaters das elterliche Geschäft zu führen. Von ihm hat er die Grundlagen der Betriebswirtschaft gelernt, was ihm bis heute bei Projektgründungen zugute kommt.
Seiner Mutter, so sagt er, wäre es lieber gewesen, wenn er an der Uni geblieben wäre oder sonst wo Karriere gemacht hätte. Er aber hat sich anders entschieden.
Und wenn ihn jemand fragt, woher hast du die vielen Ideen, dann antwortet er stets: das sind nicht meine Ideen, ich verwirkliche nur, was mir in Menschen begegnet, und das gemeinsam mit Betroffenen. Menschen, denen ich begegnet bin in Betrieben und Projekten, aber auch in den Runden. Sie waren und sind meine wirklichen Ausbildner und Ausbildnerinnen.

Ein kurzer Blick auf den bisherigen Lebensweg von Karl Anton Immervoll erleichtert es, manche seiner Handlungen und Initiativen leichter nachvollziehen zu können. Er wurde am 7. August 1955 in Heidenreichstein geboren, begeht also demnächst seinen 60. Geburtstag.
Seine Gattin Ulli schenkte ihm drei Kinder – Thomas, Jakob und Therese –, die ihn inzwischen zum Großvater gemacht haben. Seine Eltern hatten ein kleines Textilwarengeschäft, das er nach dem unerwarteten Ableben seines Vaters 1979 kurzfristig gemeinsam mit seiner Mutter übernehmen musste.

Nach bestandener Matura, die er 1973 in Waidhofen/Thaya ablegte, studierte er Religionspädagogik, kombiniert mit Mathematik und theoretischer Astronomie, an der Universität Wien. Im Oktober 1977 trat er in den kirchlichen Dienst ein, zunächst als
Jugendleiter im Dekanat Heidenreichstein. Nebenbei studierte er jedoch weiter Fachtheologie an der Universität Wien, absolvierte aber auch eine Lehre als Schuhmacher, die er 1992 abschloss und 1993 durch eine Lehrlingsausbildner-Prüfung ergänzte. Bereits in den frühen 70er Jahren besuchte er die Kirchenmusikschule und studierte von 1992–1999 Orgel am Kirchenmusik-Konservatorium in St. Pölten. In den 80er Jahren absolvierte er verschiedene Aus- und Weiterbildungen im Beratungs- und Therapiebereich, in den Jahren 2004 und 2005 besuchte er an der Universität Budweis Vorlesungen zum Thema Wirtschaftsraum TschechienÖsterreich. In dieser Zeit erlernte er auch die tschechische Sprache, was ihm nach Öffnung des Eisernen Vorhanges bei diversen grenzüberschreitenden Projekten zugute kam.
Seit 1983 ist er Betriebsseelsorger für das obere Waldviertel, hat aber auch lange Jahre an verschiedenen Höheren und Berufsbildenden Schulen unterrichtet. Seit 1998 ist er Musiklehrer an der Musikschule in Heidenreichstein mit Schwerpunkt Musik im sozialen Bereich. Das umfasst die musikalische Betreuung von Menschen mit Behinderungen ebenso wie ein entwicklungsförderndes Musizieren.
Vor 22 Jahren rief er die Internationale Waldviertler Orgelwoche ins Leben, die nach wie vor auf Interesse stößt. – Außerdem organisiert er die „Kunst am Aschermittwoch“ und Orgelkonzerte im Sommer.

1995 erhielt er aber auch einen Lehrauftrag am Seminar für kirchliche Berufe in der Berufsbegleitenden Ausbildung, den er bis heute ausübt.

Anfang der 80er Jahre fungierte er als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Katholische Jugend Österreichs, später als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Arbeitnehmer- und Betriebspastoral Österreichs. Von 2002 bis 2012 vertrat er als Betriebsrat die Interessen der Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten der Diözese St. Pölten. Und darüber hinaus war er in vielen Bereichen bereit, Aufgaben ehrenamtlich zu übernehmen.

Soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde und ein gesellschaftliches Miteinander, das niemand ausklammert und für jeden eine abgesicherte Existenz ermöglicht – dafür ist Immervoll immer eingetreten, obwohl das für ihn sicher nicht der einfachere Weg war und auch seiner Familie Verständnis abverlangte.
Prinzipien, denen sich auch die Katholische Soziallehre verbunden fühlt.

Es war daher höchst an der Zeit, ihm mit dem Papst-Leo-Preis öffentlich zu danken. Möge die heutige Ehrung aber auch zum Ausdruck bringen, dass Katholische Soziallehre nur durch Menschen wie Karl Immervoll lebendig bleibt.

Treffpunkte

Treffpunkte

Die Heidenreichsteiner Arche

Die Heidenreichsteiner Arche in der Litschauerstraße 2, Patriazentrum Top 10 ist ein Geschäftslokal in der Einkaufspassage des Patriazentrums. Sie ist Anlaufstelle für alle sozialen Fragen. Die angenehme Atmosphäre lädt zum Bleiben ein, kleine Tische, Kaffee oder Tee, Gespräche, Beratung gibt es hier. Dazu Freizeitgestaltung, Kochangebote, Bildungsarbeit und regelmäßige Treffen für Arbeitssuchende.

Öffnungszeiten:
Montag – Mittwoch und Freitag 9 – 13 Uhr,
Donnerstag von 10 – 14 Uhr.

http://www.heidenreichsteinerarche.at/

Der Treffpunkt Arbeit&Kirche

Der Treffpunkt Arbeit&Kirche in der Pertholzerstraße 16 ist das Zentrum der Arbeit. Hier treffen sich Runden wie Arbeitsgruppen, hier passiert Bildungsarbeit und Gebet. In diesen Räumlichkeiten ist auch das Büro samt Verwaltung und Personalverrechnung, hier werden Visionen entwickelt und Projekte organisiert.

Öffnungszeiten:
Das Büro ist an Werktagen zwischen 8 und 12 Uhr besetzt, sonstige Termine nach Vereinbarung, Gruppen nach Zeitplan.

http://www.bsowv.at/

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