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Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel

Wenn ein Betrieb eine Seele hat, dann sind es die Menschen, die dort arbeiten. Leider sind viele aber genau davon ausgeschlossen. Daher ist das Thema der Arbeitslosigkeit unser großes Anliegen.

Arbeit haben oder eben nicht, das ist die entscheidende Frage — und wenn ja, unter welchen Bedingungen. Unser Platz ist an der Seite jener, die benachteiligt sind. Ihre Anliegen werden in Gesprächen gehört, ernst genommen und Hilfe überlegt. Verschiedene Gruppenabende geben Raum das Leben zu reflektiert und gemeinsam zu tragen. In der Geschichte der Betriebsseelsorge kam es aber auch zur Gründung von Betrieben und Projekten und damit zur Schaffung zahlreicher Arbeitsplätze.

Wir gehen, also hinterlassen wir Spuren. So unterstützen wir Menschen auf ihrem Weg zu einem guten Leben und erheben unsere Stimme gegen Ungerechtigkeiten. Unsere beiden Begegnungsorte — Treffpunkt Arbeit&Kirche und die Arche — sind Anlaufstellen für alle Fragen des Lebens.

Die nächsten Termine

  • Deutschkurs für fremdsprachige Menschen

    Deutschkurs für fremdsprachige Menschen

    Unterlagen für das Erlernen der deutschen Sprache

    Jeden Dienstag außer Feiertage findet der Deutschkurs für fremdsprachige Menschen statt.

    Volksschule Heidenreichstein

    Schulgasse 2, 3860 Heidenreichstein

    Volksschule Heidenreichstein

    Unterlagen für das Erlernen der deutschen Sprache

    Deutschkurs für fremdsprachige Menschen

    Unterlagen für das Erlernen der deutschen Sprache

    Jeden Dienstag außer Feiertage findet der Deutschkurs für fremdsprachige Menschen statt.

    Volksschule Heidenreichstein

    Schulgasse 2, 3860 Heidenreichstein

    Volksschule Heidenreichstein

  • Lernhilfe

    Lernhilfe

    Kind betrachtet Globus

    Jeden Mittwoch während der Schulzeiten für Volksschule, Mittelschule und Gymnasium Unterstufe

    Treffpunkt Arbeit&Kirche

    Pertholzer Straße 16, Telefon: +43 (0)676 / 8266 88 179

    Kind betrachtet Globus

    Lernhilfe

    Kind betrachtet Globus

    Jeden Mittwoch während der Schulzeiten für Volksschule, Mittelschule und Gymnasium Unterstufe

    Treffpunkt Arbeit&Kirche

    Pertholzer Straße 16, Telefon: +43 (0)676 / 8266 88 179

  • Erwachsenenbildung

    Erwachsenenbildung

    Vogel mit Brille liest in einem Buch

    Auffrischen der Grundkenntnisse in Deutsch und Mathematik

    Jeden Donnerstag von 9.15 bis 10.45 Uhr während der Schulzeiten.

    Sie können sich auf Deutsch gut verständigen, wollen aber die Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen verbessern?

    Treffpunkt Arbeit&Kirche

    Pertholzer Straße 16, Telefon: +43 (0)676 / 8266 88 179

    Vogel mit Brille liest in einem Buch

    Erwachsenenbildung

    Vogel mit Brille liest in einem Buch

    Auffrischen der Grundkenntnisse in Deutsch und Mathematik

    Jeden Donnerstag von 9.15 bis 10.45 Uhr während der Schulzeiten.

    Sie können sich auf Deutsch gut verständigen, wollen aber die Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen verbessern?

    Treffpunkt Arbeit&Kirche

    Pertholzer Straße 16, Telefon: +43 (0)676 / 8266 88 179

Mensch

Wir begegnen Menschen von Angesicht zu Angesicht und teilen mit ihnen Freude und Hoffnung, Trauer und Angst.

  • Gespräche in vertraulicher Atmosphäre
  • Begleitung von Jugendlichen, Frauen und Männern
  • Pflegen von Gemeinschaft
  • Bildung (Vorträge, Diskussionen, Filme, …)

Aktuelles - Mensch

Gitti in the City

Gitti in the City

Aus dem Leben einer Rollstuhlfahrerin

Was heißt Barrierefreiheit? Tägliche Hindernisse und Hilfestellungen im Leben einer Rollstuhlfahrerin. 2011 im Rahmen eines Gemeinwesenprojekts entstanden.

Gitti in the City

Aus dem Leben einer Rollstuhlfahrerin

Was heißt Barrierefreiheit? Tägliche Hindernisse und Hilfestellungen im Leben einer Rollstuhlfahrerin. 2011 im Rahmen eines Gemeinwesenprojekts entstanden.

Aus dem Leben einer Rollstuhlfahrerin
Aus dem Leben einer Rollstuhlfahrerin

Gitti in the City

Aus dem Leben einer Rollstuhlfahrerin

Was heißt Barrierefreiheit? Tägliche Hindernisse und Hilfestellungen im Leben einer Rollstuhlfahrerin. 2011 im Rahmen eines Gemeinwesenprojekts entstanden.

Einkommen ohne Arbeit?

Einkommen ohne Arbeit?

Philosphisches Cafe 22.9.16
19:30 Uhr, Cafe Bar Loungerie, Heidenreichstein
Gesprächsleitung: Karl A. Immervoll

Für die schwächsten in der Gesellschaft gibt es am regulären Arbeitsmarkt keine Chance. In Heidenreichstein bietet eine besondere Maßnahme eine Art Grundeinkommen auf Zeit: Menschen üben eine Tätigkeit ihrer Wahl und Fähigkeiten entsprechend aus.

Welche Effekte kann „Von Herzen gerne tätig sein“ auf Gesellschaft und Gemeinwesen haben?

Darüber und den Sinn der Maßnahme diskutierte eine bunt zusammengesetzte Gruppe an diesem Abend.

Anforderungen und Qualifikationsvoraussetzungen an Arbeitssuchende sind hoch. Die passende Erwerbsarbeit zu finden ist oft eine unüberwindbare Hürde.
Die Fähigkeiten und Talente sind dennoch vorhanden, die Maßnahme „Von Herzen gerne tätig“ ermöglicht, diese zumindest für sechs Monate weiterzuentwickeln. Für diesen Zeitraum wird der Begriff „Arbeit“ neu definiert und von „Leistung“ entkoppelt.

Und so ist vieles möglich, leere Gebäude könnten mit Leben gefüllt werden, die Stadt belebt, Fähigkeiten können mit anderen geteilt, ein Wettbewerb für die besten Ideen gestartet und vieles mehr…

Seit dem Start der Maßnahme 2012 blicken wir auch auf konkrete Erfahrungen der Teilnehmer zurück, gesundheitliche Einschränkungen zeigten sich als kein Hindernis, sie wurden zumeist auch besser. Der Stress vom AMS fällt weg, es bleibt so Raum für die schöpferische Tätigkeit, für Tätigkeiten, die eigentlich den Reichtum einer Gesellschaft ausmachen. Die Menschen blühen auf, gewinnen neues Selbstvertrauen das mitunter auch in einen neuen Beschäftigung oder Arbeitsplatz mündet.

2017 soll nun das Projekt mit einer Studie begleitet werden, um die positiven Erfahrungen auch wissenschaftlich belegen und evaluieren zu können. 40 Personen, also ca. 10 % der Bevölkerung können sich in einem Zeitraum von 1,5 Jahren in die Gesellschaft einbringen. Die Auswirkungen auf die Menschen und die Gemeinde werden überprüft und evaluiert.

Und wie gehen wir mit Müßiggang um? Bisherige Erfahrungen zeigten, dass dies so gut wie gar nicht vorkam, alle Teilnehmer wollten „Von Herzen gerne tätig“ sein!

Einkommen ohne Arbeit?

Philosphisches Cafe 22.9.16
19:30 Uhr, Cafe Bar Loungerie, Heidenreichstein
Gesprächsleitung: Karl A. Immervoll

Für die schwächsten in der Gesellschaft gibt es am regulären Arbeitsmarkt keine Chance. In Heidenreichstein bietet eine besondere Maßnahme eine Art Grundeinkommen auf Zeit: Menschen üben eine Tätigkeit ihrer Wahl und Fähigkeiten entsprechend aus.

Welche Effekte kann „Von Herzen gerne tätig sein“ auf Gesellschaft und Gemeinwesen haben?

Darüber und den Sinn der Maßnahme diskutierte eine bunt zusammengesetzte Gruppe an diesem Abend.

Anforderungen und Qualifikationsvoraussetzungen an Arbeitssuchende sind hoch. Die passende Erwerbsarbeit zu finden ist oft eine unüberwindbare Hürde.
Die Fähigkeiten und Talente sind dennoch vorhanden, die Maßnahme „Von Herzen gerne tätig“ ermöglicht, diese zumindest für sechs Monate weiterzuentwickeln. Für diesen Zeitraum wird der Begriff „Arbeit“ neu definiert und von „Leistung“ entkoppelt.

Und so ist vieles möglich, leere Gebäude könnten mit Leben gefüllt werden, die Stadt belebt, Fähigkeiten können mit anderen geteilt, ein Wettbewerb für die besten Ideen gestartet und vieles mehr…

Seit dem Start der Maßnahme 2012 blicken wir auch auf konkrete Erfahrungen der Teilnehmer zurück, gesundheitliche Einschränkungen zeigten sich als kein Hindernis, sie wurden zumeist auch besser. Der Stress vom AMS fällt weg, es bleibt so Raum für die schöpferische Tätigkeit, für Tätigkeiten, die eigentlich den Reichtum einer Gesellschaft ausmachen. Die Menschen blühen auf, gewinnen neues Selbstvertrauen das mitunter auch in einen neuen Beschäftigung oder Arbeitsplatz mündet.

2017 soll nun das Projekt mit einer Studie begleitet werden, um die positiven Erfahrungen auch wissenschaftlich belegen und evaluieren zu können. 40 Personen, also ca. 10 % der Bevölkerung können sich in einem Zeitraum von 1,5 Jahren in die Gesellschaft einbringen. Die Auswirkungen auf die Menschen und die Gemeinde werden überprüft und evaluiert.

Und wie gehen wir mit Müßiggang um? Bisherige Erfahrungen zeigten, dass dies so gut wie gar nicht vorkam, alle Teilnehmer wollten „Von Herzen gerne tätig“ sein!

Einkommen ohne Arbeit?

Philosphisches Cafe 22.9.16
19:30 Uhr, Cafe Bar Loungerie, Heidenreichstein
Gesprächsleitung: Karl A. Immervoll

Für die schwächsten in der Gesellschaft gibt es am regulären Arbeitsmarkt keine Chance. In Heidenreichstein bietet eine besondere Maßnahme eine Art Grundeinkommen auf Zeit: Menschen üben eine Tätigkeit ihrer Wahl und Fähigkeiten entsprechend aus.

Welche Effekte kann „Von Herzen gerne tätig sein“ auf Gesellschaft und Gemeinwesen haben?

Darüber und den Sinn der Maßnahme diskutierte eine bunt zusammengesetzte Gruppe an diesem Abend.

Anforderungen und Qualifikationsvoraussetzungen an Arbeitssuchende sind hoch. Die passende Erwerbsarbeit zu finden ist oft eine unüberwindbare Hürde.
Die Fähigkeiten und Talente sind dennoch vorhanden, die Maßnahme „Von Herzen gerne tätig“ ermöglicht, diese zumindest für sechs Monate weiterzuentwickeln. Für diesen Zeitraum wird der Begriff „Arbeit“ neu definiert und von „Leistung“ entkoppelt.

Und so ist vieles möglich, leere Gebäude könnten mit Leben gefüllt werden, die Stadt belebt, Fähigkeiten können mit anderen geteilt, ein Wettbewerb für die besten Ideen gestartet und vieles mehr…

Seit dem Start der Maßnahme 2012 blicken wir auch auf konkrete Erfahrungen der Teilnehmer zurück, gesundheitliche Einschränkungen zeigten sich als kein Hindernis, sie wurden zumeist auch besser. Der Stress vom AMS fällt weg, es bleibt so Raum für die schöpferische Tätigkeit, für Tätigkeiten, die eigentlich den Reichtum einer Gesellschaft ausmachen. Die Menschen blühen auf, gewinnen neues Selbstvertrauen das mitunter auch in einen neuen Beschäftigung oder Arbeitsplatz mündet.

2017 soll nun das Projekt mit einer Studie begleitet werden, um die positiven Erfahrungen auch wissenschaftlich belegen und evaluieren zu können. 40 Personen, also ca. 10 % der Bevölkerung können sich in einem Zeitraum von 1,5 Jahren in die Gesellschaft einbringen. Die Auswirkungen auf die Menschen und die Gemeinde werden überprüft und evaluiert.

Und wie gehen wir mit Müßiggang um? Bisherige Erfahrungen zeigten, dass dies so gut wie gar nicht vorkam, alle Teilnehmer wollten „Von Herzen gerne tätig“ sein!

Arbeit

Sinnvolle Arbeit ist ein Menschenrecht

Leben

Gemeinsam stellen wir uns Herausforderungen um gutes Leben zu ermöglichen

  • Die Waldviertler Regionalwährung soll der Abwanderung des Geldes entgegenwirken und regionale Kreisläufe fördern.
    http://www.waldviertler-regional.at/
  • Der Regionalmarkt
    http://veranstaltungen.waldviertel.at/Event/89310/Regionalmarkt-Heidenreichstein
  • Das Solartaxi
    http://www.waldviertler-regional.at/index.php?cont=80
  • Wöchentliche Lernhilfe für Kinder
    Mittwoch, 16:00 - 17:00 Uhr, während der Schulzeiten, für Volksschule, Mittelschule und Gymnasium Unterstufe
  • Sprachkurse für Erwachsene
    Deutschkurs für fremdsprachige Menschen
    Dienstag, 9:00 - 10:30 Uhr, Volksschule Heidenreichstein, Schulgasse 2, 3860 Heidenreichstein
  • Kontakte und Kooperationen nach Tschechien
    • Internationale Waldviertler Orgelwoche - Internationaler Orgel-Kurs mit Orgelstunden, Gesang und Theorie für anfangende und fortgeschrittene Teilnehmer aus ganz Europa
    • Förderung und Pflegen von Kontakten zwischen der Tagesstätte Zuversicht (Heidenreichstein) und  des Zentrums für Förderung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen Domov sv. Anezky (Týn nad Vltavou)
      Aus dieser Beziehung entstammt der untraditionelle Reiseführer  "Auf dem gemeinsamen Weg" - Beschreibung einer ca. 100 km langen Pilger-Wanderung zwischen dem österreichischen Heidenreichstein und dem tschechischen Tyn nad Vltavou, mit Erinnerungen, Gedanken, Gespräche, und Wegbeschreibung- erhältlich auf Deutsch und Tschechisch bei uns in der Betriebsseelsorge!
      Menschen mit und ohne Behinderungen haben sich auf einenn gemeinsamen Weg gemacht, der durch die Tradition des Jakobsweges veranlasst wurde.
    • LIMES  Leben-Arbeit-Kultur beiderseits der Grenzen 2002 – 2005
      Ein Projekt zur besseren ganzheitlichen Verständigung in der Region Oberes Waldviertel Südböhmen
      Tschechischkurse, Betriebsbesuche, Veranstaltungen zur Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte, österreichisch-tschechisches Radprojekt, Kontakte zu Betrieben beiderseits der Grenze, Orgelveranstaltungen, Orgelrenovierungen in Ceske Velenice und Suchdol trugen zur besseren Verständigung und Abbau der Grenzen in den Köpfen der Menschen bei.
  • Erwachsenenbildung für MitarbeiterInnen aus Sozialprojekten
    Auffrischen der Grundkenntnisse in Deutsch und Mathematik
  • Kultur: Konzerte, Internationale Waldviertler Orgelwoche, Lesungen, Ausstellungen

Weiter Informationen

Papst Leo Preis 2015

Papst Leo Preis 2015

Karl A. Immervoll erhielt den Papst Leo Preis 2015 für besondere Verdienste um die Kath. Soziallehre

Laudatio zum Papst Leo Preis

Exzellenz! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herrn!

Der Theologe Matthew Fox hat es einmal so beschrieben: „Arbeit ist, die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln und sie mit anderen zu teilen.“ Nach dieser Maxime hat Karl Anton Immervoll sein Leben ausgerichtet. Er begegnet Menschen auf Augenhöhe, ohne vorher auszusortieren:

  • Sind sie mir sympathisch?
  • Dienen sie meiner Karriere?
  • Haben sie gleiche Interessen?
  • Profitiere ich von ihnen?
  • Sind sie gesellschaftlich anerkannt oder unterhaltsam?

Wo immer Probleme im sozialen und gesellschaftlichen Bereich auftauchen, war und ist Karl Immervoll eine erste Anlaufstelle in der Region Oberes Waldviertel, und das schon seit über 30 Jahren. Kein Wunder – er kennt die Menschen mit ihren Sorgen und Nöten und die Menschen kennen ihn. Vor allem jene Menschen, denen es schwer fällt, sich selbst zu helfen oder sich durchzusetzen. Denen nichts in die Wiege gelegt wurde, von dem sie zehren können. Die in einem Umland wohnen, das von Abwanderung gekennzeichnet ist. Das viele Jahre durch den Eisernen Vorhang wirtschaftlich abgeschirmt war. Besonders steht Immervoll unermüdlich auf der Seite der Schwachen und Ausgegrenzten, aber auch derjenigen, die mit dem gesellschaftlichen Wandel nicht mehr Schritt halten können.

Um Antworten auf soziale Fragen und regionale Problemstellungen zu finden, hat er eine Vielzahl an Projekten und Initiativen gestartet, mit viel Kreativität und immer unter Einbeziehung der Betroffenen.

Einige davon seien mir gestattet anzuführen:

die Mitwirkung bei der Gründung der Heidenreichsteiner Textilwaren GesmbH in Selbstverwaltung, die heute privat geführt wird; die Gründung der Schuhwerkstatt Schrems in Selbstverwaltung, die nunmehr unter Heini Staudinger erfolgreich als GEA firmiert; die Durchführung von Frauenkursen im Bahnhof Heidenreichstein – es waren dies die ersten Berufsorientierungskurse in NÖ; die Gründung der Emailwerkstatt Langegg in Selbstverwaltung, die heute von der Emmaus-Gemeinschaft St. Pölten geführt wird; die Gründung der Greißlerei Heidenreichstein als Direktvermarktungseinrichtung im Zusammenwirken von Bauern, Konsumenten und Beschäftigten; und gemeinsam mit dem Redemptoristen-Kollegium die Gründung der Lehrlingsstiftung Eggenburg. Zu Beginn gab es drei BetreuerInnen und 15 Lehrlinge, heute sind es 25 BetreuerInnen und 70 bis 80 Jugendliche.

Erwähnenswert ist weiters die Gründung der ökologischen Putzagentur Groß Siegharts, ebenfalls in Selbstverwaltung, die nach drei Jahren, allerdings ohne Verlust, wieder geschlossen wurde; das Kinderhaus Heidenreichstein – das später von der Volkshilfe übernommen wurde; sowie die Gründung der „Heidenreichsteiner Arche“ als Anlaufstelle für Menschen ohne Erwerbsarbeit.
Besondere Aufmerksamkeit erregte die gemeinsam mit Heini Staudinger erfolgte Gründung der Waldviertler Regionalwährung, dem sogenannten „Waldviertler“, eine Initiative, über die auch im Fernsehen als beispielgebend berichtet wurde.
Nicht unerwähnt bleiben sollen die grenzüberschreitenden Projekte zwischen Österreich und Tschechien und zuletzt die Initiierung des Projekts „Solartaxi Heidenreichstein“.

Zwei seiner Projekte, die Schuhwerkstatt Schrems und die Lehrlingsstiftung Eggenburg, wurden bereits vor längerem mit dem Papst-Leo-Preis ausgezeichnet. – Heute steht Karl Immervoll selbst im Rampenlicht – obwohl er das gar nicht so gerne mag. – Wenn über ihn und sein Leben gesprochen wird, dann ist es ihm lieber, es werden jene Personen erwähnt, die ihn befähigt haben, anderen zu helfen.

Da fällt ihm sein Philosophieprofessor Augustinus Wucherer-Huldenfeld ein, ein Geraser Chorherr, der ihn auf der Universität gelehrt hat, gesellschaftliche Entwicklungen, soziale Spannungen und politische Lösungsmodelle immer zu hinterfragen. Vorschnelle Entscheidungen können sonst sehr leicht in die Irre führen.
Oder der Steuerberater und Freund seines Vaters Ernst Garhofer, der stunden- und tagelang bei ihm gesessen ist, um ihm zu helfen, nach dem plötzlichen Tod seines Vaters das elterliche Geschäft zu führen. Von ihm hat er die Grundlagen der Betriebswirtschaft gelernt, was ihm bis heute bei Projektgründungen zugute kommt.
Seiner Mutter, so sagt er, wäre es lieber gewesen, wenn er an der Uni geblieben wäre oder sonst wo Karriere gemacht hätte. Er aber hat sich anders entschieden.
Und wenn ihn jemand fragt, woher hast du die vielen Ideen, dann antwortet er stets: das sind nicht meine Ideen, ich verwirkliche nur, was mir in Menschen begegnet, und das gemeinsam mit Betroffenen. Menschen, denen ich begegnet bin in Betrieben und Projekten, aber auch in den Runden. Sie waren und sind meine wirklichen Ausbildner und Ausbildnerinnen.

Ein kurzer Blick auf den bisherigen Lebensweg von Karl Anton Immervoll erleichtert es, manche seiner Handlungen und Initiativen leichter nachvollziehen zu können. Er wurde am 7. August 1955 in Heidenreichstein geboren, begeht also demnächst seinen 60. Geburtstag.
Seine Gattin Ulli schenkte ihm drei Kinder – Thomas, Jakob und Therese –, die ihn inzwischen zum Großvater gemacht haben. Seine Eltern hatten ein kleines Textilwarengeschäft, das er nach dem unerwarteten Ableben seines Vaters 1979 kurzfristig gemeinsam mit seiner Mutter übernehmen musste.

Nach bestandener Matura, die er 1973 in Waidhofen/Thaya ablegte, studierte er Religionspädagogik, kombiniert mit Mathematik und theoretischer Astronomie, an der Universität Wien. Im Oktober 1977 trat er in den kirchlichen Dienst ein, zunächst als
Jugendleiter im Dekanat Heidenreichstein. Nebenbei studierte er jedoch weiter Fachtheologie an der Universität Wien, absolvierte aber auch eine Lehre als Schuhmacher, die er 1992 abschloss und 1993 durch eine Lehrlingsausbildner-Prüfung ergänzte. Bereits in den frühen 70er Jahren besuchte er die Kirchenmusikschule und studierte von 1992–1999 Orgel am Kirchenmusik-Konservatorium in St. Pölten. In den 80er Jahren absolvierte er verschiedene Aus- und Weiterbildungen im Beratungs- und Therapiebereich, in den Jahren 2004 und 2005 besuchte er an der Universität Budweis Vorlesungen zum Thema Wirtschaftsraum TschechienÖsterreich. In dieser Zeit erlernte er auch die tschechische Sprache, was ihm nach Öffnung des Eisernen Vorhanges bei diversen grenzüberschreitenden Projekten zugute kam.
Seit 1983 ist er Betriebsseelsorger für das obere Waldviertel, hat aber auch lange Jahre an verschiedenen Höheren und Berufsbildenden Schulen unterrichtet. Seit 1998 ist er Musiklehrer an der Musikschule in Heidenreichstein mit Schwerpunkt Musik im sozialen Bereich. Das umfasst die musikalische Betreuung von Menschen mit Behinderungen ebenso wie ein entwicklungsförderndes Musizieren.
Vor 22 Jahren rief er die Internationale Waldviertler Orgelwoche ins Leben, die nach wie vor auf Interesse stößt. – Außerdem organisiert er die „Kunst am Aschermittwoch“ und Orgelkonzerte im Sommer.

1995 erhielt er aber auch einen Lehrauftrag am Seminar für kirchliche Berufe in der Berufsbegleitenden Ausbildung, den er bis heute ausübt.

Anfang der 80er Jahre fungierte er als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Katholische Jugend Österreichs, später als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Arbeitnehmer- und Betriebspastoral Österreichs. Von 2002 bis 2012 vertrat er als Betriebsrat die Interessen der Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten der Diözese St. Pölten. Und darüber hinaus war er in vielen Bereichen bereit, Aufgaben ehrenamtlich zu übernehmen.

Soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde und ein gesellschaftliches Miteinander, das niemand ausklammert und für jeden eine abgesicherte Existenz ermöglicht – dafür ist Immervoll immer eingetreten, obwohl das für ihn sicher nicht der einfachere Weg war und auch seiner Familie Verständnis abverlangte.
Prinzipien, denen sich auch die Katholische Soziallehre verbunden fühlt.

Es war daher höchst an der Zeit, ihm mit dem Papst-Leo-Preis öffentlich zu danken. Möge die heutige Ehrung aber auch zum Ausdruck bringen, dass Katholische Soziallehre nur durch Menschen wie Karl Immervoll lebendig bleibt.

Papst Leo Preis 2015

Karl A. Immervoll erhielt den Papst Leo Preis 2015 für besondere Verdienste um die Kath. Soziallehre

Laudatio zum Papst Leo Preis

Exzellenz! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herrn!

Der Theologe Matthew Fox hat es einmal so beschrieben: „Arbeit ist, die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln und sie mit anderen zu teilen.“ Nach dieser Maxime hat Karl Anton Immervoll sein Leben ausgerichtet. Er begegnet Menschen auf Augenhöhe, ohne vorher auszusortieren:

  • Sind sie mir sympathisch?
  • Dienen sie meiner Karriere?
  • Haben sie gleiche Interessen?
  • Profitiere ich von ihnen?
  • Sind sie gesellschaftlich anerkannt oder unterhaltsam?

Wo immer Probleme im sozialen und gesellschaftlichen Bereich auftauchen, war und ist Karl Immervoll eine erste Anlaufstelle in der Region Oberes Waldviertel, und das schon seit über 30 Jahren. Kein Wunder – er kennt die Menschen mit ihren Sorgen und Nöten und die Menschen kennen ihn. Vor allem jene Menschen, denen es schwer fällt, sich selbst zu helfen oder sich durchzusetzen. Denen nichts in die Wiege gelegt wurde, von dem sie zehren können. Die in einem Umland wohnen, das von Abwanderung gekennzeichnet ist. Das viele Jahre durch den Eisernen Vorhang wirtschaftlich abgeschirmt war. Besonders steht Immervoll unermüdlich auf der Seite der Schwachen und Ausgegrenzten, aber auch derjenigen, die mit dem gesellschaftlichen Wandel nicht mehr Schritt halten können.

Um Antworten auf soziale Fragen und regionale Problemstellungen zu finden, hat er eine Vielzahl an Projekten und Initiativen gestartet, mit viel Kreativität und immer unter Einbeziehung der Betroffenen.

Einige davon seien mir gestattet anzuführen:

die Mitwirkung bei der Gründung der Heidenreichsteiner Textilwaren GesmbH in Selbstverwaltung, die heute privat geführt wird; die Gründung der Schuhwerkstatt Schrems in Selbstverwaltung, die nunmehr unter Heini Staudinger erfolgreich als GEA firmiert; die Durchführung von Frauenkursen im Bahnhof Heidenreichstein – es waren dies die ersten Berufsorientierungskurse in NÖ; die Gründung der Emailwerkstatt Langegg in Selbstverwaltung, die heute von der Emmaus-Gemeinschaft St. Pölten geführt wird; die Gründung der Greißlerei Heidenreichstein als Direktvermarktungseinrichtung im Zusammenwirken von Bauern, Konsumenten und Beschäftigten; und gemeinsam mit dem Redemptoristen-Kollegium die Gründung der Lehrlingsstiftung Eggenburg. Zu Beginn gab es drei BetreuerInnen und 15 Lehrlinge, heute sind es 25 BetreuerInnen und 70 bis 80 Jugendliche.

Erwähnenswert ist weiters die Gründung der ökologischen Putzagentur Groß Siegharts, ebenfalls in Selbstverwaltung, die nach drei Jahren, allerdings ohne Verlust, wieder geschlossen wurde; das Kinderhaus Heidenreichstein – das später von der Volkshilfe übernommen wurde; sowie die Gründung der „Heidenreichsteiner Arche“ als Anlaufstelle für Menschen ohne Erwerbsarbeit.
Besondere Aufmerksamkeit erregte die gemeinsam mit Heini Staudinger erfolgte Gründung der Waldviertler Regionalwährung, dem sogenannten „Waldviertler“, eine Initiative, über die auch im Fernsehen als beispielgebend berichtet wurde.
Nicht unerwähnt bleiben sollen die grenzüberschreitenden Projekte zwischen Österreich und Tschechien und zuletzt die Initiierung des Projekts „Solartaxi Heidenreichstein“.

Zwei seiner Projekte, die Schuhwerkstatt Schrems und die Lehrlingsstiftung Eggenburg, wurden bereits vor längerem mit dem Papst-Leo-Preis ausgezeichnet. – Heute steht Karl Immervoll selbst im Rampenlicht – obwohl er das gar nicht so gerne mag. – Wenn über ihn und sein Leben gesprochen wird, dann ist es ihm lieber, es werden jene Personen erwähnt, die ihn befähigt haben, anderen zu helfen.

Da fällt ihm sein Philosophieprofessor Augustinus Wucherer-Huldenfeld ein, ein Geraser Chorherr, der ihn auf der Universität gelehrt hat, gesellschaftliche Entwicklungen, soziale Spannungen und politische Lösungsmodelle immer zu hinterfragen. Vorschnelle Entscheidungen können sonst sehr leicht in die Irre führen.
Oder der Steuerberater und Freund seines Vaters Ernst Garhofer, der stunden- und tagelang bei ihm gesessen ist, um ihm zu helfen, nach dem plötzlichen Tod seines Vaters das elterliche Geschäft zu führen. Von ihm hat er die Grundlagen der Betriebswirtschaft gelernt, was ihm bis heute bei Projektgründungen zugute kommt.
Seiner Mutter, so sagt er, wäre es lieber gewesen, wenn er an der Uni geblieben wäre oder sonst wo Karriere gemacht hätte. Er aber hat sich anders entschieden.
Und wenn ihn jemand fragt, woher hast du die vielen Ideen, dann antwortet er stets: das sind nicht meine Ideen, ich verwirkliche nur, was mir in Menschen begegnet, und das gemeinsam mit Betroffenen. Menschen, denen ich begegnet bin in Betrieben und Projekten, aber auch in den Runden. Sie waren und sind meine wirklichen Ausbildner und Ausbildnerinnen.

Ein kurzer Blick auf den bisherigen Lebensweg von Karl Anton Immervoll erleichtert es, manche seiner Handlungen und Initiativen leichter nachvollziehen zu können. Er wurde am 7. August 1955 in Heidenreichstein geboren, begeht also demnächst seinen 60. Geburtstag.
Seine Gattin Ulli schenkte ihm drei Kinder – Thomas, Jakob und Therese –, die ihn inzwischen zum Großvater gemacht haben. Seine Eltern hatten ein kleines Textilwarengeschäft, das er nach dem unerwarteten Ableben seines Vaters 1979 kurzfristig gemeinsam mit seiner Mutter übernehmen musste.

Nach bestandener Matura, die er 1973 in Waidhofen/Thaya ablegte, studierte er Religionspädagogik, kombiniert mit Mathematik und theoretischer Astronomie, an der Universität Wien. Im Oktober 1977 trat er in den kirchlichen Dienst ein, zunächst als
Jugendleiter im Dekanat Heidenreichstein. Nebenbei studierte er jedoch weiter Fachtheologie an der Universität Wien, absolvierte aber auch eine Lehre als Schuhmacher, die er 1992 abschloss und 1993 durch eine Lehrlingsausbildner-Prüfung ergänzte. Bereits in den frühen 70er Jahren besuchte er die Kirchenmusikschule und studierte von 1992–1999 Orgel am Kirchenmusik-Konservatorium in St. Pölten. In den 80er Jahren absolvierte er verschiedene Aus- und Weiterbildungen im Beratungs- und Therapiebereich, in den Jahren 2004 und 2005 besuchte er an der Universität Budweis Vorlesungen zum Thema Wirtschaftsraum TschechienÖsterreich. In dieser Zeit erlernte er auch die tschechische Sprache, was ihm nach Öffnung des Eisernen Vorhanges bei diversen grenzüberschreitenden Projekten zugute kam.
Seit 1983 ist er Betriebsseelsorger für das obere Waldviertel, hat aber auch lange Jahre an verschiedenen Höheren und Berufsbildenden Schulen unterrichtet. Seit 1998 ist er Musiklehrer an der Musikschule in Heidenreichstein mit Schwerpunkt Musik im sozialen Bereich. Das umfasst die musikalische Betreuung von Menschen mit Behinderungen ebenso wie ein entwicklungsförderndes Musizieren.
Vor 22 Jahren rief er die Internationale Waldviertler Orgelwoche ins Leben, die nach wie vor auf Interesse stößt. – Außerdem organisiert er die „Kunst am Aschermittwoch“ und Orgelkonzerte im Sommer.

1995 erhielt er aber auch einen Lehrauftrag am Seminar für kirchliche Berufe in der Berufsbegleitenden Ausbildung, den er bis heute ausübt.

Anfang der 80er Jahre fungierte er als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Katholische Jugend Österreichs, später als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Arbeitnehmer- und Betriebspastoral Österreichs. Von 2002 bis 2012 vertrat er als Betriebsrat die Interessen der Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten der Diözese St. Pölten. Und darüber hinaus war er in vielen Bereichen bereit, Aufgaben ehrenamtlich zu übernehmen.

Soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde und ein gesellschaftliches Miteinander, das niemand ausklammert und für jeden eine abgesicherte Existenz ermöglicht – dafür ist Immervoll immer eingetreten, obwohl das für ihn sicher nicht der einfachere Weg war und auch seiner Familie Verständnis abverlangte.
Prinzipien, denen sich auch die Katholische Soziallehre verbunden fühlt.

Es war daher höchst an der Zeit, ihm mit dem Papst-Leo-Preis öffentlich zu danken. Möge die heutige Ehrung aber auch zum Ausdruck bringen, dass Katholische Soziallehre nur durch Menschen wie Karl Immervoll lebendig bleibt.

Papst Leo Preis 2015

Karl A. Immervoll erhielt den Papst Leo Preis 2015 für besondere Verdienste um die Kath. Soziallehre

Laudatio zum Papst Leo Preis

Exzellenz! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herrn!

Der Theologe Matthew Fox hat es einmal so beschrieben: „Arbeit ist, die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln und sie mit anderen zu teilen.“ Nach dieser Maxime hat Karl Anton Immervoll sein Leben ausgerichtet. Er begegnet Menschen auf Augenhöhe, ohne vorher auszusortieren:

  • Sind sie mir sympathisch?
  • Dienen sie meiner Karriere?
  • Haben sie gleiche Interessen?
  • Profitiere ich von ihnen?
  • Sind sie gesellschaftlich anerkannt oder unterhaltsam?

Wo immer Probleme im sozialen und gesellschaftlichen Bereich auftauchen, war und ist Karl Immervoll eine erste Anlaufstelle in der Region Oberes Waldviertel, und das schon seit über 30 Jahren. Kein Wunder – er kennt die Menschen mit ihren Sorgen und Nöten und die Menschen kennen ihn. Vor allem jene Menschen, denen es schwer fällt, sich selbst zu helfen oder sich durchzusetzen. Denen nichts in die Wiege gelegt wurde, von dem sie zehren können. Die in einem Umland wohnen, das von Abwanderung gekennzeichnet ist. Das viele Jahre durch den Eisernen Vorhang wirtschaftlich abgeschirmt war. Besonders steht Immervoll unermüdlich auf der Seite der Schwachen und Ausgegrenzten, aber auch derjenigen, die mit dem gesellschaftlichen Wandel nicht mehr Schritt halten können.

Um Antworten auf soziale Fragen und regionale Problemstellungen zu finden, hat er eine Vielzahl an Projekten und Initiativen gestartet, mit viel Kreativität und immer unter Einbeziehung der Betroffenen.

Einige davon seien mir gestattet anzuführen:

die Mitwirkung bei der Gründung der Heidenreichsteiner Textilwaren GesmbH in Selbstverwaltung, die heute privat geführt wird; die Gründung der Schuhwerkstatt Schrems in Selbstverwaltung, die nunmehr unter Heini Staudinger erfolgreich als GEA firmiert; die Durchführung von Frauenkursen im Bahnhof Heidenreichstein – es waren dies die ersten Berufsorientierungskurse in NÖ; die Gründung der Emailwerkstatt Langegg in Selbstverwaltung, die heute von der Emmaus-Gemeinschaft St. Pölten geführt wird; die Gründung der Greißlerei Heidenreichstein als Direktvermarktungseinrichtung im Zusammenwirken von Bauern, Konsumenten und Beschäftigten; und gemeinsam mit dem Redemptoristen-Kollegium die Gründung der Lehrlingsstiftung Eggenburg. Zu Beginn gab es drei BetreuerInnen und 15 Lehrlinge, heute sind es 25 BetreuerInnen und 70 bis 80 Jugendliche.

Erwähnenswert ist weiters die Gründung der ökologischen Putzagentur Groß Siegharts, ebenfalls in Selbstverwaltung, die nach drei Jahren, allerdings ohne Verlust, wieder geschlossen wurde; das Kinderhaus Heidenreichstein – das später von der Volkshilfe übernommen wurde; sowie die Gründung der „Heidenreichsteiner Arche“ als Anlaufstelle für Menschen ohne Erwerbsarbeit.
Besondere Aufmerksamkeit erregte die gemeinsam mit Heini Staudinger erfolgte Gründung der Waldviertler Regionalwährung, dem sogenannten „Waldviertler“, eine Initiative, über die auch im Fernsehen als beispielgebend berichtet wurde.
Nicht unerwähnt bleiben sollen die grenzüberschreitenden Projekte zwischen Österreich und Tschechien und zuletzt die Initiierung des Projekts „Solartaxi Heidenreichstein“.

Zwei seiner Projekte, die Schuhwerkstatt Schrems und die Lehrlingsstiftung Eggenburg, wurden bereits vor längerem mit dem Papst-Leo-Preis ausgezeichnet. – Heute steht Karl Immervoll selbst im Rampenlicht – obwohl er das gar nicht so gerne mag. – Wenn über ihn und sein Leben gesprochen wird, dann ist es ihm lieber, es werden jene Personen erwähnt, die ihn befähigt haben, anderen zu helfen.

Da fällt ihm sein Philosophieprofessor Augustinus Wucherer-Huldenfeld ein, ein Geraser Chorherr, der ihn auf der Universität gelehrt hat, gesellschaftliche Entwicklungen, soziale Spannungen und politische Lösungsmodelle immer zu hinterfragen. Vorschnelle Entscheidungen können sonst sehr leicht in die Irre führen.
Oder der Steuerberater und Freund seines Vaters Ernst Garhofer, der stunden- und tagelang bei ihm gesessen ist, um ihm zu helfen, nach dem plötzlichen Tod seines Vaters das elterliche Geschäft zu führen. Von ihm hat er die Grundlagen der Betriebswirtschaft gelernt, was ihm bis heute bei Projektgründungen zugute kommt.
Seiner Mutter, so sagt er, wäre es lieber gewesen, wenn er an der Uni geblieben wäre oder sonst wo Karriere gemacht hätte. Er aber hat sich anders entschieden.
Und wenn ihn jemand fragt, woher hast du die vielen Ideen, dann antwortet er stets: das sind nicht meine Ideen, ich verwirkliche nur, was mir in Menschen begegnet, und das gemeinsam mit Betroffenen. Menschen, denen ich begegnet bin in Betrieben und Projekten, aber auch in den Runden. Sie waren und sind meine wirklichen Ausbildner und Ausbildnerinnen.

Ein kurzer Blick auf den bisherigen Lebensweg von Karl Anton Immervoll erleichtert es, manche seiner Handlungen und Initiativen leichter nachvollziehen zu können. Er wurde am 7. August 1955 in Heidenreichstein geboren, begeht also demnächst seinen 60. Geburtstag.
Seine Gattin Ulli schenkte ihm drei Kinder – Thomas, Jakob und Therese –, die ihn inzwischen zum Großvater gemacht haben. Seine Eltern hatten ein kleines Textilwarengeschäft, das er nach dem unerwarteten Ableben seines Vaters 1979 kurzfristig gemeinsam mit seiner Mutter übernehmen musste.

Nach bestandener Matura, die er 1973 in Waidhofen/Thaya ablegte, studierte er Religionspädagogik, kombiniert mit Mathematik und theoretischer Astronomie, an der Universität Wien. Im Oktober 1977 trat er in den kirchlichen Dienst ein, zunächst als
Jugendleiter im Dekanat Heidenreichstein. Nebenbei studierte er jedoch weiter Fachtheologie an der Universität Wien, absolvierte aber auch eine Lehre als Schuhmacher, die er 1992 abschloss und 1993 durch eine Lehrlingsausbildner-Prüfung ergänzte. Bereits in den frühen 70er Jahren besuchte er die Kirchenmusikschule und studierte von 1992–1999 Orgel am Kirchenmusik-Konservatorium in St. Pölten. In den 80er Jahren absolvierte er verschiedene Aus- und Weiterbildungen im Beratungs- und Therapiebereich, in den Jahren 2004 und 2005 besuchte er an der Universität Budweis Vorlesungen zum Thema Wirtschaftsraum TschechienÖsterreich. In dieser Zeit erlernte er auch die tschechische Sprache, was ihm nach Öffnung des Eisernen Vorhanges bei diversen grenzüberschreitenden Projekten zugute kam.
Seit 1983 ist er Betriebsseelsorger für das obere Waldviertel, hat aber auch lange Jahre an verschiedenen Höheren und Berufsbildenden Schulen unterrichtet. Seit 1998 ist er Musiklehrer an der Musikschule in Heidenreichstein mit Schwerpunkt Musik im sozialen Bereich. Das umfasst die musikalische Betreuung von Menschen mit Behinderungen ebenso wie ein entwicklungsförderndes Musizieren.
Vor 22 Jahren rief er die Internationale Waldviertler Orgelwoche ins Leben, die nach wie vor auf Interesse stößt. – Außerdem organisiert er die „Kunst am Aschermittwoch“ und Orgelkonzerte im Sommer.

1995 erhielt er aber auch einen Lehrauftrag am Seminar für kirchliche Berufe in der Berufsbegleitenden Ausbildung, den er bis heute ausübt.

Anfang der 80er Jahre fungierte er als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Katholische Jugend Österreichs, später als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Arbeitnehmer- und Betriebspastoral Österreichs. Von 2002 bis 2012 vertrat er als Betriebsrat die Interessen der Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten der Diözese St. Pölten. Und darüber hinaus war er in vielen Bereichen bereit, Aufgaben ehrenamtlich zu übernehmen.

Soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde und ein gesellschaftliches Miteinander, das niemand ausklammert und für jeden eine abgesicherte Existenz ermöglicht – dafür ist Immervoll immer eingetreten, obwohl das für ihn sicher nicht der einfachere Weg war und auch seiner Familie Verständnis abverlangte.
Prinzipien, denen sich auch die Katholische Soziallehre verbunden fühlt.

Es war daher höchst an der Zeit, ihm mit dem Papst-Leo-Preis öffentlich zu danken. Möge die heutige Ehrung aber auch zum Ausdruck bringen, dass Katholische Soziallehre nur durch Menschen wie Karl Immervoll lebendig bleibt.

Solartaxi

Solartaxi

Ein öffentliches Nahverkehsmittel, das im gesamten Gemeindegebiet Heidenreichsteins umweltfreundliche und leistbare Mobilität für alle ermöglicht
Das Solartaxi bringt Menschen zu Menschen und ist das best frequentierte Gemeindetaxi Niederösterreichs

2015 ausgezeichnet mit dem Löwenherzpreis — Großer niederösterreichischer Preis für sozial mutiges Handeln

Solartaxi

Ein öffentliches Nahverkehsmittel, das im gesamten Gemeindegebiet Heidenreichsteins umweltfreundliche und leistbare Mobilität für alle ermöglicht
Das Solartaxi bringt Menschen zu Menschen und ist das best frequentierte Gemeindetaxi Niederösterreichs

2015 ausgezeichnet mit dem Löwenherzpreis — Großer niederösterreichischer Preis für sozial mutiges Handeln

Ein öffentliches Nahverkehsmittel, das im gesamten Gemeindegebiet Heidenreichsteins umweltfreundliche und leistbare Mobilität für alle ermöglicht
Ein öffentliches Nahverkehsmittel, das im gesamten Gemeindegebiet Heidenreichsteins umweltfreundliche und leistbare Mobilität für alle ermöglicht

Solartaxi

Ein öffentliches Nahverkehsmittel, das im gesamten Gemeindegebiet Heidenreichsteins umweltfreundliche und leistbare Mobilität für alle ermöglicht
Das Solartaxi bringt Menschen zu Menschen und ist das best frequentierte Gemeindetaxi Niederösterreichs

2015 ausgezeichnet mit dem Löwenherzpreis — Großer niederösterreichischer Preis für sozial mutiges Handeln

Glaube

Wir glauben an einen Gott des Friedens und der Gerechtigkeit

  • Gruppen (Frauenrunden, Männerrunden, Mutter-Kind-Runden, KAB Runde Hoheneich, Treffen für Arbeitssuchende) in denen vom Leben die Rede ist
  • Liturgien (Erntedank, Gottesdienst zum 1. Mai,…)
  • Herbergssuche am 8. Dezember
  • Bibelcafe
  • Dialog mit anderen Konfessionen und Religionen

Aktuelles - Glaube

Papst Leo Preis 2015

Papst Leo Preis 2015

Karl A. Immervoll erhielt den Papst Leo Preis 2015 für besondere Verdienste um die Kath. Soziallehre

Laudatio zum Papst Leo Preis

Exzellenz! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herrn!

Der Theologe Matthew Fox hat es einmal so beschrieben: „Arbeit ist, die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln und sie mit anderen zu teilen.“ Nach dieser Maxime hat Karl Anton Immervoll sein Leben ausgerichtet. Er begegnet Menschen auf Augenhöhe, ohne vorher auszusortieren:

  • Sind sie mir sympathisch?
  • Dienen sie meiner Karriere?
  • Haben sie gleiche Interessen?
  • Profitiere ich von ihnen?
  • Sind sie gesellschaftlich anerkannt oder unterhaltsam?

Wo immer Probleme im sozialen und gesellschaftlichen Bereich auftauchen, war und ist Karl Immervoll eine erste Anlaufstelle in der Region Oberes Waldviertel, und das schon seit über 30 Jahren. Kein Wunder – er kennt die Menschen mit ihren Sorgen und Nöten und die Menschen kennen ihn. Vor allem jene Menschen, denen es schwer fällt, sich selbst zu helfen oder sich durchzusetzen. Denen nichts in die Wiege gelegt wurde, von dem sie zehren können. Die in einem Umland wohnen, das von Abwanderung gekennzeichnet ist. Das viele Jahre durch den Eisernen Vorhang wirtschaftlich abgeschirmt war. Besonders steht Immervoll unermüdlich auf der Seite der Schwachen und Ausgegrenzten, aber auch derjenigen, die mit dem gesellschaftlichen Wandel nicht mehr Schritt halten können.

Um Antworten auf soziale Fragen und regionale Problemstellungen zu finden, hat er eine Vielzahl an Projekten und Initiativen gestartet, mit viel Kreativität und immer unter Einbeziehung der Betroffenen.

Einige davon seien mir gestattet anzuführen:

die Mitwirkung bei der Gründung der Heidenreichsteiner Textilwaren GesmbH in Selbstverwaltung, die heute privat geführt wird; die Gründung der Schuhwerkstatt Schrems in Selbstverwaltung, die nunmehr unter Heini Staudinger erfolgreich als GEA firmiert; die Durchführung von Frauenkursen im Bahnhof Heidenreichstein – es waren dies die ersten Berufsorientierungskurse in NÖ; die Gründung der Emailwerkstatt Langegg in Selbstverwaltung, die heute von der Emmaus-Gemeinschaft St. Pölten geführt wird; die Gründung der Greißlerei Heidenreichstein als Direktvermarktungseinrichtung im Zusammenwirken von Bauern, Konsumenten und Beschäftigten; und gemeinsam mit dem Redemptoristen-Kollegium die Gründung der Lehrlingsstiftung Eggenburg. Zu Beginn gab es drei BetreuerInnen und 15 Lehrlinge, heute sind es 25 BetreuerInnen und 70 bis 80 Jugendliche.

Erwähnenswert ist weiters die Gründung der ökologischen Putzagentur Groß Siegharts, ebenfalls in Selbstverwaltung, die nach drei Jahren, allerdings ohne Verlust, wieder geschlossen wurde; das Kinderhaus Heidenreichstein – das später von der Volkshilfe übernommen wurde; sowie die Gründung der „Heidenreichsteiner Arche“ als Anlaufstelle für Menschen ohne Erwerbsarbeit.
Besondere Aufmerksamkeit erregte die gemeinsam mit Heini Staudinger erfolgte Gründung der Waldviertler Regionalwährung, dem sogenannten „Waldviertler“, eine Initiative, über die auch im Fernsehen als beispielgebend berichtet wurde.
Nicht unerwähnt bleiben sollen die grenzüberschreitenden Projekte zwischen Österreich und Tschechien und zuletzt die Initiierung des Projekts „Solartaxi Heidenreichstein“.

Zwei seiner Projekte, die Schuhwerkstatt Schrems und die Lehrlingsstiftung Eggenburg, wurden bereits vor längerem mit dem Papst-Leo-Preis ausgezeichnet. – Heute steht Karl Immervoll selbst im Rampenlicht – obwohl er das gar nicht so gerne mag. – Wenn über ihn und sein Leben gesprochen wird, dann ist es ihm lieber, es werden jene Personen erwähnt, die ihn befähigt haben, anderen zu helfen.

Da fällt ihm sein Philosophieprofessor Augustinus Wucherer-Huldenfeld ein, ein Geraser Chorherr, der ihn auf der Universität gelehrt hat, gesellschaftliche Entwicklungen, soziale Spannungen und politische Lösungsmodelle immer zu hinterfragen. Vorschnelle Entscheidungen können sonst sehr leicht in die Irre führen.
Oder der Steuerberater und Freund seines Vaters Ernst Garhofer, der stunden- und tagelang bei ihm gesessen ist, um ihm zu helfen, nach dem plötzlichen Tod seines Vaters das elterliche Geschäft zu führen. Von ihm hat er die Grundlagen der Betriebswirtschaft gelernt, was ihm bis heute bei Projektgründungen zugute kommt.
Seiner Mutter, so sagt er, wäre es lieber gewesen, wenn er an der Uni geblieben wäre oder sonst wo Karriere gemacht hätte. Er aber hat sich anders entschieden.
Und wenn ihn jemand fragt, woher hast du die vielen Ideen, dann antwortet er stets: das sind nicht meine Ideen, ich verwirkliche nur, was mir in Menschen begegnet, und das gemeinsam mit Betroffenen. Menschen, denen ich begegnet bin in Betrieben und Projekten, aber auch in den Runden. Sie waren und sind meine wirklichen Ausbildner und Ausbildnerinnen.

Ein kurzer Blick auf den bisherigen Lebensweg von Karl Anton Immervoll erleichtert es, manche seiner Handlungen und Initiativen leichter nachvollziehen zu können. Er wurde am 7. August 1955 in Heidenreichstein geboren, begeht also demnächst seinen 60. Geburtstag.
Seine Gattin Ulli schenkte ihm drei Kinder – Thomas, Jakob und Therese –, die ihn inzwischen zum Großvater gemacht haben. Seine Eltern hatten ein kleines Textilwarengeschäft, das er nach dem unerwarteten Ableben seines Vaters 1979 kurzfristig gemeinsam mit seiner Mutter übernehmen musste.

Nach bestandener Matura, die er 1973 in Waidhofen/Thaya ablegte, studierte er Religionspädagogik, kombiniert mit Mathematik und theoretischer Astronomie, an der Universität Wien. Im Oktober 1977 trat er in den kirchlichen Dienst ein, zunächst als
Jugendleiter im Dekanat Heidenreichstein. Nebenbei studierte er jedoch weiter Fachtheologie an der Universität Wien, absolvierte aber auch eine Lehre als Schuhmacher, die er 1992 abschloss und 1993 durch eine Lehrlingsausbildner-Prüfung ergänzte. Bereits in den frühen 70er Jahren besuchte er die Kirchenmusikschule und studierte von 1992–1999 Orgel am Kirchenmusik-Konservatorium in St. Pölten. In den 80er Jahren absolvierte er verschiedene Aus- und Weiterbildungen im Beratungs- und Therapiebereich, in den Jahren 2004 und 2005 besuchte er an der Universität Budweis Vorlesungen zum Thema Wirtschaftsraum TschechienÖsterreich. In dieser Zeit erlernte er auch die tschechische Sprache, was ihm nach Öffnung des Eisernen Vorhanges bei diversen grenzüberschreitenden Projekten zugute kam.
Seit 1983 ist er Betriebsseelsorger für das obere Waldviertel, hat aber auch lange Jahre an verschiedenen Höheren und Berufsbildenden Schulen unterrichtet. Seit 1998 ist er Musiklehrer an der Musikschule in Heidenreichstein mit Schwerpunkt Musik im sozialen Bereich. Das umfasst die musikalische Betreuung von Menschen mit Behinderungen ebenso wie ein entwicklungsförderndes Musizieren.
Vor 22 Jahren rief er die Internationale Waldviertler Orgelwoche ins Leben, die nach wie vor auf Interesse stößt. – Außerdem organisiert er die „Kunst am Aschermittwoch“ und Orgelkonzerte im Sommer.

1995 erhielt er aber auch einen Lehrauftrag am Seminar für kirchliche Berufe in der Berufsbegleitenden Ausbildung, den er bis heute ausübt.

Anfang der 80er Jahre fungierte er als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Katholische Jugend Österreichs, später als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Arbeitnehmer- und Betriebspastoral Österreichs. Von 2002 bis 2012 vertrat er als Betriebsrat die Interessen der Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten der Diözese St. Pölten. Und darüber hinaus war er in vielen Bereichen bereit, Aufgaben ehrenamtlich zu übernehmen.

Soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde und ein gesellschaftliches Miteinander, das niemand ausklammert und für jeden eine abgesicherte Existenz ermöglicht – dafür ist Immervoll immer eingetreten, obwohl das für ihn sicher nicht der einfachere Weg war und auch seiner Familie Verständnis abverlangte.
Prinzipien, denen sich auch die Katholische Soziallehre verbunden fühlt.

Es war daher höchst an der Zeit, ihm mit dem Papst-Leo-Preis öffentlich zu danken. Möge die heutige Ehrung aber auch zum Ausdruck bringen, dass Katholische Soziallehre nur durch Menschen wie Karl Immervoll lebendig bleibt.

Papst Leo Preis 2015

Karl A. Immervoll erhielt den Papst Leo Preis 2015 für besondere Verdienste um die Kath. Soziallehre

Laudatio zum Papst Leo Preis

Exzellenz! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herrn!

Der Theologe Matthew Fox hat es einmal so beschrieben: „Arbeit ist, die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln und sie mit anderen zu teilen.“ Nach dieser Maxime hat Karl Anton Immervoll sein Leben ausgerichtet. Er begegnet Menschen auf Augenhöhe, ohne vorher auszusortieren:

  • Sind sie mir sympathisch?
  • Dienen sie meiner Karriere?
  • Haben sie gleiche Interessen?
  • Profitiere ich von ihnen?
  • Sind sie gesellschaftlich anerkannt oder unterhaltsam?

Wo immer Probleme im sozialen und gesellschaftlichen Bereich auftauchen, war und ist Karl Immervoll eine erste Anlaufstelle in der Region Oberes Waldviertel, und das schon seit über 30 Jahren. Kein Wunder – er kennt die Menschen mit ihren Sorgen und Nöten und die Menschen kennen ihn. Vor allem jene Menschen, denen es schwer fällt, sich selbst zu helfen oder sich durchzusetzen. Denen nichts in die Wiege gelegt wurde, von dem sie zehren können. Die in einem Umland wohnen, das von Abwanderung gekennzeichnet ist. Das viele Jahre durch den Eisernen Vorhang wirtschaftlich abgeschirmt war. Besonders steht Immervoll unermüdlich auf der Seite der Schwachen und Ausgegrenzten, aber auch derjenigen, die mit dem gesellschaftlichen Wandel nicht mehr Schritt halten können.

Um Antworten auf soziale Fragen und regionale Problemstellungen zu finden, hat er eine Vielzahl an Projekten und Initiativen gestartet, mit viel Kreativität und immer unter Einbeziehung der Betroffenen.

Einige davon seien mir gestattet anzuführen:

die Mitwirkung bei der Gründung der Heidenreichsteiner Textilwaren GesmbH in Selbstverwaltung, die heute privat geführt wird; die Gründung der Schuhwerkstatt Schrems in Selbstverwaltung, die nunmehr unter Heini Staudinger erfolgreich als GEA firmiert; die Durchführung von Frauenkursen im Bahnhof Heidenreichstein – es waren dies die ersten Berufsorientierungskurse in NÖ; die Gründung der Emailwerkstatt Langegg in Selbstverwaltung, die heute von der Emmaus-Gemeinschaft St. Pölten geführt wird; die Gründung der Greißlerei Heidenreichstein als Direktvermarktungseinrichtung im Zusammenwirken von Bauern, Konsumenten und Beschäftigten; und gemeinsam mit dem Redemptoristen-Kollegium die Gründung der Lehrlingsstiftung Eggenburg. Zu Beginn gab es drei BetreuerInnen und 15 Lehrlinge, heute sind es 25 BetreuerInnen und 70 bis 80 Jugendliche.

Erwähnenswert ist weiters die Gründung der ökologischen Putzagentur Groß Siegharts, ebenfalls in Selbstverwaltung, die nach drei Jahren, allerdings ohne Verlust, wieder geschlossen wurde; das Kinderhaus Heidenreichstein – das später von der Volkshilfe übernommen wurde; sowie die Gründung der „Heidenreichsteiner Arche“ als Anlaufstelle für Menschen ohne Erwerbsarbeit.
Besondere Aufmerksamkeit erregte die gemeinsam mit Heini Staudinger erfolgte Gründung der Waldviertler Regionalwährung, dem sogenannten „Waldviertler“, eine Initiative, über die auch im Fernsehen als beispielgebend berichtet wurde.
Nicht unerwähnt bleiben sollen die grenzüberschreitenden Projekte zwischen Österreich und Tschechien und zuletzt die Initiierung des Projekts „Solartaxi Heidenreichstein“.

Zwei seiner Projekte, die Schuhwerkstatt Schrems und die Lehrlingsstiftung Eggenburg, wurden bereits vor längerem mit dem Papst-Leo-Preis ausgezeichnet. – Heute steht Karl Immervoll selbst im Rampenlicht – obwohl er das gar nicht so gerne mag. – Wenn über ihn und sein Leben gesprochen wird, dann ist es ihm lieber, es werden jene Personen erwähnt, die ihn befähigt haben, anderen zu helfen.

Da fällt ihm sein Philosophieprofessor Augustinus Wucherer-Huldenfeld ein, ein Geraser Chorherr, der ihn auf der Universität gelehrt hat, gesellschaftliche Entwicklungen, soziale Spannungen und politische Lösungsmodelle immer zu hinterfragen. Vorschnelle Entscheidungen können sonst sehr leicht in die Irre führen.
Oder der Steuerberater und Freund seines Vaters Ernst Garhofer, der stunden- und tagelang bei ihm gesessen ist, um ihm zu helfen, nach dem plötzlichen Tod seines Vaters das elterliche Geschäft zu führen. Von ihm hat er die Grundlagen der Betriebswirtschaft gelernt, was ihm bis heute bei Projektgründungen zugute kommt.
Seiner Mutter, so sagt er, wäre es lieber gewesen, wenn er an der Uni geblieben wäre oder sonst wo Karriere gemacht hätte. Er aber hat sich anders entschieden.
Und wenn ihn jemand fragt, woher hast du die vielen Ideen, dann antwortet er stets: das sind nicht meine Ideen, ich verwirkliche nur, was mir in Menschen begegnet, und das gemeinsam mit Betroffenen. Menschen, denen ich begegnet bin in Betrieben und Projekten, aber auch in den Runden. Sie waren und sind meine wirklichen Ausbildner und Ausbildnerinnen.

Ein kurzer Blick auf den bisherigen Lebensweg von Karl Anton Immervoll erleichtert es, manche seiner Handlungen und Initiativen leichter nachvollziehen zu können. Er wurde am 7. August 1955 in Heidenreichstein geboren, begeht also demnächst seinen 60. Geburtstag.
Seine Gattin Ulli schenkte ihm drei Kinder – Thomas, Jakob und Therese –, die ihn inzwischen zum Großvater gemacht haben. Seine Eltern hatten ein kleines Textilwarengeschäft, das er nach dem unerwarteten Ableben seines Vaters 1979 kurzfristig gemeinsam mit seiner Mutter übernehmen musste.

Nach bestandener Matura, die er 1973 in Waidhofen/Thaya ablegte, studierte er Religionspädagogik, kombiniert mit Mathematik und theoretischer Astronomie, an der Universität Wien. Im Oktober 1977 trat er in den kirchlichen Dienst ein, zunächst als
Jugendleiter im Dekanat Heidenreichstein. Nebenbei studierte er jedoch weiter Fachtheologie an der Universität Wien, absolvierte aber auch eine Lehre als Schuhmacher, die er 1992 abschloss und 1993 durch eine Lehrlingsausbildner-Prüfung ergänzte. Bereits in den frühen 70er Jahren besuchte er die Kirchenmusikschule und studierte von 1992–1999 Orgel am Kirchenmusik-Konservatorium in St. Pölten. In den 80er Jahren absolvierte er verschiedene Aus- und Weiterbildungen im Beratungs- und Therapiebereich, in den Jahren 2004 und 2005 besuchte er an der Universität Budweis Vorlesungen zum Thema Wirtschaftsraum TschechienÖsterreich. In dieser Zeit erlernte er auch die tschechische Sprache, was ihm nach Öffnung des Eisernen Vorhanges bei diversen grenzüberschreitenden Projekten zugute kam.
Seit 1983 ist er Betriebsseelsorger für das obere Waldviertel, hat aber auch lange Jahre an verschiedenen Höheren und Berufsbildenden Schulen unterrichtet. Seit 1998 ist er Musiklehrer an der Musikschule in Heidenreichstein mit Schwerpunkt Musik im sozialen Bereich. Das umfasst die musikalische Betreuung von Menschen mit Behinderungen ebenso wie ein entwicklungsförderndes Musizieren.
Vor 22 Jahren rief er die Internationale Waldviertler Orgelwoche ins Leben, die nach wie vor auf Interesse stößt. – Außerdem organisiert er die „Kunst am Aschermittwoch“ und Orgelkonzerte im Sommer.

1995 erhielt er aber auch einen Lehrauftrag am Seminar für kirchliche Berufe in der Berufsbegleitenden Ausbildung, den er bis heute ausübt.

Anfang der 80er Jahre fungierte er als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Katholische Jugend Österreichs, später als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Arbeitnehmer- und Betriebspastoral Österreichs. Von 2002 bis 2012 vertrat er als Betriebsrat die Interessen der Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten der Diözese St. Pölten. Und darüber hinaus war er in vielen Bereichen bereit, Aufgaben ehrenamtlich zu übernehmen.

Soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde und ein gesellschaftliches Miteinander, das niemand ausklammert und für jeden eine abgesicherte Existenz ermöglicht – dafür ist Immervoll immer eingetreten, obwohl das für ihn sicher nicht der einfachere Weg war und auch seiner Familie Verständnis abverlangte.
Prinzipien, denen sich auch die Katholische Soziallehre verbunden fühlt.

Es war daher höchst an der Zeit, ihm mit dem Papst-Leo-Preis öffentlich zu danken. Möge die heutige Ehrung aber auch zum Ausdruck bringen, dass Katholische Soziallehre nur durch Menschen wie Karl Immervoll lebendig bleibt.

Treffpunkte

Treffpunkte

Die Heidenreichsteiner Arche

Die Heidenreichsteiner Arche in der Litschauerstraße 2, Patriazentrum Top 10 ist ein Geschäftslokal in der Einkaufspassage des Patriazentrums. Sie ist Anlaufstelle für alle sozialen Fragen. Die angenehme Atmosphäre lädt zum Bleiben ein, kleine Tische, Kaffee oder Tee, Gespräche, Beratung gibt es hier. Dazu Freizeitgestaltung, Kochangebote, Bildungsarbeit und regelmäßige Treffen für Arbeitssuchende.

Öffnungszeiten:
Montag – Mittwoch und Freitag 9 – 13 Uhr,
Donnerstag von 10 – 16 Uhr.

http://www.heidenreichsteinerarche.at/

Der Treffpunkt Arbeit&Kirche

Der Treffpunkt Arbeit&Kirche in der Pertholzerstraße 16 ist das Zentrum der Arbeit. Hier treffen sich Runden wie Arbeitsgruppen, hier passiert Bildungsarbeit und Gebet. In diesen Räumlichkeiten ist auch das Büro samt Verwaltung und Personalverrechnung, hier werden Visionen entwickelt und Projekte organisiert.

Öffnungszeiten:
Das Büro ist an Werktagen zwischen 8 und 12 Uhr besetzt, sonstige Termine nach Vereinbarung, Gruppen nach Zeitplan.

http://www.bsowv.at/

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